Es geht um das Stadtbild, um sportliche Revanche und um unsere Art von Fußball. Don’t call it „Derby“ – verschreiben wir uns einfach eine gesunde Rivalität!
Wenn aus Augenzeugen Fingerzeiger werden – in diesem Fall der Zeigefinger für Lieferings sportliche Gebietsleitung, einige wenige waren ihnen dann doch gewogen beim Hinrundenspiel: Jubelt also sogar Tobias Rohrmoser über ein Tor von Austria Salzburg, kann es einfach nicht lassen – Herz schlägt Ratio, oder was stand da am Beipackzettel?
Violettes Wir schlägt trockenes Vertragspapier. Es kommt zu einem „VAR-Einsatz“ auf den Rängen der Haupttribüne, um zu klären: Pumpt und pulsiert in der Filiale Kleßheim wirklich der violett-weiße Liebesmuskel eines abtrünnigen Azubis? Und in einem weiteren Sinn …
Haben die Gefühle Schweigepflicht?
Im Konzern nutzte man dabei offenkundig die chirurgische Präzision von Aufzeichnungen der Videokameras im Stadion, um zu untersuchen, ob Tobias Rohrmoser seiner Freude wirklich auch augenscheinlich Ausdruck verliehen hatte.
Diagnose: Violette Blutkörperchen. Maßnahme, wie gekannt aus der vertrauten Landarztpraxis: „Der gehört nach Salzburg weitergeschickt!“ Gegenstand für weitere Forschung: Ist dies rein ein lokal, regional, okay: österreichweit verbreiteter violetter Virus, wie er unter Traditionsvereinen halt gerne mal zirkuliert? Oder handelt es sich dabei womöglich gar um eine Art „Volkskrankheit“ im Fußball?

Sprechstunde für „Doctor Football“?
Dazu hat den Dosenkosmos unlängst eine prominente Zweitmeinung eingeholt, die den Rohrmoser-Befund bestätigt:
„Dr. Football“ selbst gab Anzeichen, als er im Dezember einen RB-Gegentreffer mit anerkennendem Applaus bedachte. Sich selbst dabei ertappt, disziplinierte sich Jürgen Klopp abrupt. Die Kameras in Leipzig hatten es freilich längst eingefangen – im Netz gefällt’s, den beklatschten Leverkusenern sowieso, und auch unsereins mag vergnügt rufen: Der Nächste, bitte!
Ob mit Bayer-Pille oder durch die Austria-Brille, Hand aufs Fußballherz: Nur gut, wenn die Emotion noch manchmal durchblinzelt in dieser glattpolierten Hochglanzwelt.

Da Mosa woa’s
Gefährliches Personal haben die Jungbullen aber auch nach dem einen Überläufer noch im Übermaß mit dabei. Besonders ins Rampenlicht getreten ist jener junge Kärntner, der mit seinem Freistoßtreffer zum zwischenzeitlichen 1:2 im September dafür gesorgt hat, dass uns die Jungbullen die Hinrundenpartie, die wir schon so gut auf dem Weg hatten, doch noch entreißen konnten.
Johannes Moser heißt der nichtsdestotrotz gute Mann, auf den es auch diesmal ganz besonders aufzupassen gilt. Als Stammspieler in Hermann Stadlers U-17-Nationalmannschaft stand er Ende November in Katar sogar für Österreich im WM-Finale.

„Keep Galm“ – Reaktion auf dem Rasen!
Für Rundumunterhaltung sorgte schon in der Vorwoche der frisch installierte Jungbullen-Coach Danny Galm, der dem Portal 90minuten.at seine Qual der Wahl bei der Wohnungssuche offenbarte. Besichtigung für vier Wände in der schönsten Stadt der Welt, spannender Termin zunächst – bis der Vermieter das fatale Feature transparent machte: Das Objekt befindet sich in der Nähe des Max-Aicher-Stadions. Deal damit geplatzt, für die Medien ein gefundenes Fressen und unserer „Hood“ tut’s gut.
Dahingestellt nur, ob es eine Elite gibt, die daraus einen Schenkelklopfer entschlüsselt. Jedenfalls wohl nicht das Gros von Wohnungssuchenden in unserer Stadt, die sich Salzburg nicht am Serviertablett zusammenstellen können und derlei Parameter definitiv aufgeben müssen – feinfühlige Aussagen klingen anders. Dabei wären doch an der Autobahnböschung gar keine verfehlten Statements mehr nötig, um das Stadion leerzuspielen.
Souveränität und Sportsgeist, selbst in der Stunde der Niederlage – diesbezüglich sollte Nico Kovac eine Ausnahmeerscheinung bleiben, und das in der einst so markant proklamierten Saubermann-Area.
Auf aller Anraten: Attacke!
Diesem Mann vier Tage vor seinem Vierziger kein als solches zu deutendes Geburtstagsgeschenk zu machen, mag Motivation genug sein. Doch insgesamt ist es ureigener Antrieb, ein höchst positiv inspirierter Ansatz, mit dem unsere Mannschaft in diesem Top-Spiel der 21. Runde zum Erfolg finden möchte.
Das weiß jeder, der letzte Woche in Amstetten diese besondere Energie aufgeschnappt hat, wie sie nach Schlusspfiff wie 1933 Funken zwischen Mannschaft, Betreuern und Fankurve sprühte. Auf den Punkt zur Revanchegelegenheit scheint Violett voll da, souverän in den Spielabläufen und brandheiß im mentalen Antrieb – diese Truppe hat ihre Mittel gefunden und wird gegen die „Dosen“ nichts von ihrer Dosis runternehmen, davon ist auszugehen.

Terminus unerforscht
Wir doktern derweil noch ein bisschen an einem Begriff herum, den wir diesem komischen Duell mittelfristig geben können. Denn auch wenn der Blutdruck zeitweilig steigt: Derby diagnostizieren wir seriöserweise keines – es sind ähnliche, aber doch andere Symptome, mit denen wir hier zu kämpfen haben.
Bester Rat: Gegen die schlimmsten Sachen, die sich im Fußball mitunter ausbreiten, ist Stimmung immer noch die beste Vorsorge. Hausmittel Fernsehübertragung hilft da nur bedingt, aber wir wissen um systemische Engpässe …
Die E-Karten sind leider allesamt vergriffen, Ordination Aicher-Stadion ist praktisch seit Vorverkaufsstart restlos ausverkauft!

„Man kann die Teams Stand jetzt nicht mehr mit jenen von September vergleichen. Beide Mannschaften haben sich enorm weiterentwickelt. Man sieht das bei Liefering anhand der letzten Ergebnisse; und auch wir sind viel besser in die Liga reingekommen, bekommen weniger Gegentore, haben eine ausgewogene Spielweise und sind in Umschaltsituationen immer gefährlich“, gibt sich Coach Christian Schaider vor der Partie zuversichtlich, dass die Revanche fürs bittere 2:3 aus der Hinrunde gelingen wird.
Kein Derby, keine eigenen Gesetze: Diesmal kommen unsere Jungs mit einem Regenerationsplus – die „Lieferinger“ waren noch am Dienstagabend im Einsatz, mussten im Nachtragsspiel bei Sturm II ran, wo ihnen für den knappen 1:0-Sieg alles abverlangt wurde.
Ob privatversichert mit einer Vereinsmitgliedschaft und unter den Glücklichen, die live dabei sein können, oder als Kassenpatient diesmal daheim vor dem TV-Bildschirm – jede Gunst stärke uns. Für alle im Stadion lautet die Devise „Schrei für drei!“, denn gemeinsam verteidigen wir am Freitag unser System eines gesunden Fußballs!
Zum Abend hin spritzen wir unseren Göttern in Weiß noch einen kräftigen Klecks Violett auf ihre Kittel, damit sie sich voller Fürsorge um unseren lauten Lebensstil zum geliebten Fußballspiel kümmern können!
Ernstfall in der Abendbereitschaft, violette Vorhaben, für die kein späterer Termin infrage kommt! Raus aus dem Warteraum und ran an den Patienten pünktlich um halb neun: Feine Ballbehandlung, aber kompromisslos und knochenhart – dann kann’s dem Gegner diesmal richtig wehtun!
Text: Christoph Fazekas – ChrisTEXT.com | Fotos: GEPA pictures
Anstoß 20:30 Uhr // Stadion ausverkauft!

Top-Spiel der Runde >> ORF Sport + überträgt live aus dem Max-Aicher-Stadion ab 20:15 Uhr.
Das Spiel präsentiert euch >>


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Anfahrt
Am Spieltag steht euch das gewohnte Parkangebot zur Verfügung. Alle Infos haben wir hier zusammengefasst.
Wir empfehlen, die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen. Die Haltestelle liegt direkt am Stadion und so kann man sich ruhigen Gewissens die eine oder andere Erfrischung gönnen.











