Es riecht nach einem noch schwierigeren Gang als gegen die beiden Wiener Clubs – denn am Freitag erwartet uns, für viele unerwartet, der Tabellenführer. In der 20. Runde geht’s zum Team der Stunde!
Sogar in „Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs“ haben es die Amstettener heuer schon geschafft. War doch der prominent platzierte, x-te Gegenstand im kleinen Studio unweit des Bremer Weserstadions tatsächlich ein SKU-Wimpel. Doch was sollte dieses aus der Reihe tanzende Devotional dort, mitten in der Abhandlung des winterlichen Wiedererwachens der Deutschen Bundesliga?
Guck mal, Arnd!
Studiogast Thomas Schaaf leidet mit seinen Werderanern, die gerade nicht die beste Performance auf den Rasen bringen – wird sich doch nicht gar alles um Patrick Enengl drehen, der schon dort und da im Gespräch war? Nein. Leiser Anflug einer Idee erst, als die Rubrik „Kacktor des Monats“ inthronisiert wird – genau, da haben die was beizusteuern …
Die heitere Flipperpartie mit trockener Vollendung von Yannick Oberleitner letztes Jahr auf der Hohen Warte ist ihnen auch im hohen Norden Deutschlands nicht entgangen.
Chapeau, Amstetten – so flimmert man reichweitenstark sonntagabends mitten im Winter über den WDR! Und weil’s seither noch viele SKU-Siege mehr gab, hat der Moderator schon angekündigt, öfter mal nachsehen zu wollen, wohin die Mostviertler ihr Weg noch führen wird. Arnd Zeigler hat’s bemerkt, und auch uns ist es nicht entgangen: Unser nächster Gegner ist ein brandheißer Meisterschaftskandidat.

SKU: Höhenluft statt Kellerkunst
Aufstiegsanwärter freilich nicht, dafür ist der gesamte Apparat noch zu klein, allen voran die Infrastruktur. „Wir bräuchten einen Gönner“, erhofft sich Sportdirektor Thomas Gebauer ein wirtschaftliches und politisches Echo auf die gebotenen Leistungen. Abgeliefert wird übrigens mit einem der kleinsten Budgets der Liga. Der sportliche Erfolg dürfte in diesem Ausmaß deshalb auch überraschend kommen, vorauseilend Vereinswachstum, Strukturen und weiteren Planungen.
Amstetten ist das Team der Stunde – das aber bereits seit August. „Ferragosto“ in Wels die einzige Saisonniederlage kassiert, jubilierte man letzte Woche in St. Pölten mit dem 15. ungeschlagenen Spiel in Serie. Das Niederösterreich-Derby auswärts mit beherzter Leistung gedreht, krönte man die herausragende Bilanz und sprang an die Tabellenspitze.
„Deini“ und sein Team
Kapitän Lukas Deinhofer, der als gebürtiger Amstettener mit seinen 31 Jahren schon mehr als 300 Partien für den SKU auf dem Buckel hat, betonte nach Spielschluss in einer emotionalen Kabinenansprache das ausgelöste Fußballfieber, welches in der Region grassiere: „Was wir bewirken können bei den Leuten – ich hab’ das in Amstetten so noch nie gesehen: Da ist eine Begeisterung, die spürt man, wenn man in der Stadt und der Umgebung unterwegs ist – es ist das Produkt unserer Arbeit“, beschwor der Leader in unverkennbarem Mostviertler Dialekt den Geist seiner „Hackler-Truppe“, bei der unten im Fitnessstudio für gewöhnlich Hochbetrieb herrschen soll.

Übungsleiter Patrick Enengl legt die Latte extrem hoch, zeigte sich nicht ganz zufrieden mit einer durchaus soliden ersten Halbzeit seiner Mannschaft in St. Pölten. Erst das direktere Spiel nach Seitenwechsel, wie er es in der Pause eingemahnt hatte, überzeugte den ehrgeizigen jungen Trainer – dann dafür so sehr, dass er seinen Jungs zwei freie Tage zugestand. Die dürften also ausgeruht sein, ein klares Regenerationsplus für die Hausherren vor der Partie am Freitag.
Spannende Beobachtung noch von „Coach Confident“: Enengl strotze seinerseits schon vor der Partie vor Selbstvertrauen, wiederholte sich im TV-Interview mit seinem Lieblingswort, das da lautet: „Powerfußball“.

Von Streuobstwiesen und Rasenziegeln
In diese Kategorie war unser Auftaktmatch gegen den FAC freilich nicht einzuordnen. Fortlaufend zu Otto Konrads Zählung war es Rasenziegel Nummer 24, der in Maxglan mindestens das „Kacktor der Woche“ auf den Weg brachte. Jahreszeitlich bedingt wäre die unterhaltsame Rubrik im Westdeutschen allein mit Material aus dem hiesigen „Land der Äcker“ praktisch schon gefüllt – was erwartet uns wohl diesbezüglich in Amstetten?
Zunächst gebührt alle Anerkennung den Mostviertler Schauflern. Die haben, mehr als andere, Engagement bewiesen und für einen bespielbaren Fußballuntergrund offensichtlich ähnlich viel übrig wie für ihre hingabevoll kultivierten Streuobstböden.
„Much Matsch“ ist dennoch übriggeblieben auf der Spielfläche, am wohlsten gefühlt hat sich deshalb im Februar eindeutig „12erl“, der Eisbär, das Maskottchen des Sportklubs Amstetten. Flankiert von den zur Seite geräumten Kubikmetern in Weiß, kamen die favorisierten Hausherren gegen Wels über ein 1:1 nicht hinaus.
Einen Teppich versprechen die Eindrücke vom ersten SKU-Heimspiel also nicht – womöglich gar nicht ungelegen für unsere Mannschaft; und im Umkehrschluss ein schmerzhafter Hemmschuh für den spielstarken Tabellenführer, wenn’s noch dort und da holpern sollte am Geläuf.

Pöhler-Perle Peham vollstreckt: Die „Hackler- und Partytruppe“ als 18. Mostbaron?
Den Hut aufhaben mit dem mostviertelroten Band oder beherzt Fußballspielen im schwarz-blauen Gewand – die Mostbarone scheinen allmählich Konkurrenz zu bekommen, was die Beliebtheitswerte im Bezirk anbelangt.
Aufpassen müssen wir vor allem auf David Peham, ebenfalls gebürtiger Amstettener, der dort 2018 sein Zweitligadebüt gab, nachdem er mit dem Klub aufgestiegen war – allerdings ohne ein Tor in der erfolgreichen Regionalligasaison beigesteuert zu haben.
Nach Intermezzos beim GAK und der Vienna spielt der gereifte Offensivmann seit vergangenem Sommer wieder daheim in Niederösterreich auf – und wie …
34 Lenze kürzlich vollgemacht, befindet sich Peham schon vor seinem x-ten Fußballfrühling sowas wie in der Birnbaumblüte seiner Karriere. Mit 13 Toren Stand Ende Februar ist er nicht nur „Baller-Baron“ in seiner Heimat, sondern führt in zweiter SKU-Ägide ligaweit überlegen die Torschützenliste an – Respekt!

Verbesserte Grundordnung, doch leider Ladehemmung
Ihm gegenüber steht eine Austria, bei der vorne aktuell wenig zusammenläuft. Das schöne Tor von Denizcan Cosgun zur frühen Führung in Hütteldorf kam zwar mit der Pointe, am 3.3. in der dritten Minute durch drei Wiener Beine getunnelt worden zu sein – aber nicht nur, dass der Gurkerl-Hattrick keinen Dreier eingebracht hat: Es war dies erst der dritte Treffer, den die Austria seit November ins Gehäuse zimmern konnte.
Immerhin sechs Punkte resultieren aus ebenso vielen Partien im angesprochenen Zeitraum, dennoch muss die Devise jetzt wieder lauten: Tore, Tore, Tore!
Disziplin und Effizienz gilt es dabei aber zu bewahren. Die Grundordnung weiß zu gefallen, dreifache Ausbeute verhinderte zuletzt lediglich eine luftig verteidigte Standardsituation.
Da alles eine Frage der Abwägung ist, Offensive und Defensive im Vergleich: Bis einschließlich Oktober erzielte unsere Mannschaft im Schnitt mehr als dreimal so viele Treffer pro Partie wie danach (1,58 / 0,50); andersrum kassieren wir seither weniger als ein Drittel der Gegentore wie noch in den ersten zwölf Runden der Saison (2,08 / 0,67).

Der schlafende Riese als hungriger Underdog
Stabil bleiben, gefährlich werden – all das wird’s brauchen, um beim Tabellenführer etwas mitzunehmen. Konkret ist das Wie dann aber sch***egal …

Ob hochverdient, mit Glück oder aus einem Gestocher; ob mit der Zehenspitze, dem Allerwertesten oder, regionaltypisch eingeschenkt dem Mostviertel, mit der Birne: Hoffen wir auf den richtigen Riecher unserer Jungs – denn wenn’s um langfristige Ligazugehörigkeit geht, ist uns jedes Kacktor recht!
Text: Christoph Fazekas – ChrisTEXT.com | Bildpartner: GEPA pictures
Anstoß 18:00 Uhr // Karten gibt’s vor Ort!

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ANREISE & ORGANISATORISCHES
Ertl-Glas-Stadion
Stadthallenstraße 1, 3300 Amstetten
- Einlass: 16:30
- Es stehen ausreichend Parkmöglichkeiten zur Verfügung. Der Bahnhof Amstetten liegt nur 900 Meter entfernt.
- Tickets sind ab 16:30 Uhr an den Kassen erhältlich.
- Wir empfehlen eine frühzeitige Anreise, da mit längeren Wartezeiten zu rechnen ist.
- Preise: Vollzahler 17 Euro; Ermäßigt: 13 Euro











