Kalte Dusche in Kapfenberg – Austria verliert mit 1:4

1. November 2025

Am zwölften Spieltag musste die Austria erneut einen herben Rückschlag gegen den Kapfenberger SV hinnehmen. Trotz einer guten Leistung war das gegnerische Tor wie verhext, während die Falken unsere Auswärtsschwäche ausnutzen.

Mit 400 mitgereisten Fans wartete auf die Austria ein Duell gegen den direkten Tabellennachbarn im Alpenstadion zu Kapfenberg. Die Gastgeber kommen von einem harten Cup-Fight, der erst nach Verlängerung endete, wohingegen eine frischere Austria mit einem Sieg im Rücken eine gute Gelegenheit hatte, gleich nochmal voll zu punkten. So war es auch die Elf von Christian Schaider, die den besseren Beginn hatte. Gleich in der dritten Minute sorgte Denizcan Cosgun für die erste Gelegenheit, als er Marinko Sorda, der für den gelbgesperrten Daniel Bares in die Startelf gerückt war, mit einer Flanke bediente. Frei stehend im Strafraum misslang unserer 10 aber ein Torschuss und die eigentliche Top-Chance verflog.

Der KSV profitierte im Anschluss fast von einer defensiven Unsauberkeit der Austria, wurde dann aber eher über Ecken gefährlich und versuchte gleich mehrmals ein sogenanntes „gol olímpico“ zu erzielen, also eine Ecke direkt zu verwandeln. Simon Nesler-Täubl war bei Gefahr allerdings zur Stelle. In der nächsten gefährlichen Szene der Anfangsphase war es erneut unser Keeper, der im Zentrum des Geschehens stand. Eine Ecke kann er zuerst wegfausten, doch im Nachgang kommt Kapfenberg zu einem Abschluss, bei dem er im Nachgang die Ball am Hand hat. Regeltechnisch gilt der Ball damit als gesichert vom Torhüter, doch Falken-Stürmer Moritz Berg spitzelt ihm den Ball aus der Hand und erzielt das 1:0 in der 15. Minute. Schiedsrichter Josef Spurny verteilte allerdings das Zuckerl an die Gastgeber und ließ den Treffer gelten. Zum Leidwesen der eigentlich besseren Austria.

Entsetzen nach dem eigentlich irregulären Gegentreffer zum 0:1. Photo: GEPA pictures/ Hans Oberlaender

Eine schnelle Antwort hätte beinahe Paul Lipczinski nur drei Minuten später gehabt, aber aus kurzer Distanz schießt er Kapfenberg-Keeper Richard Strebinger den Ball in die Arme. Weitere Gelegenheiten folgten einmal in Form von Denizcan Cosgun, dessen präziser Abschluss von außerhalb des Strafraums Strebinger mit einer Flugeinlage entschärft. Und einmal durch Dario Bijelic, sein Flachschuss verfehlt nur knapp das Tor. Die Austria war bemüht, den ungerechten Rückstand zu egalisieren, doch an der letzten Genauigkeit fehlte es. Wie ein Schauer über den Rücken kam nun der Kapfenberger Freistoß in der 36. Minute. Vom rechten Flügel bekam Verteidiger Oliver N’Zi den Ball an der zweiten Stange, köpfte ihn ins Zentrum, wo Moritz Berg bereitsteht und zum 2:0 einschiebt. Es war das siebte Standardtor der Kapfenberger in der laufenden Saison, womit die Hälfte ihrer Treffer per ruhendem Ball gelangen. Zwei Minuten vor Halbzeitpfiff bot sich für Sorda eine Top-Gelegenheit nach weitem Einwurf, doch sein Flugkopfball kann aus kürzester Distanz von einem starken Strebinger abgewehrt werden und auch Lipczinski war mit dem Schädel nicht erfolgreich. Die Austria musste somit ein unglückliches 0:2 mit in die Kabine nehmen.

Zur zweiten Hälfte meldeten wir uns nach fünf Minuten mit einem Linksschuss von Cosgun zurück und einem flachen Versuch von Gabriel Marusic zurück, beide Male reichte es jedoch nicht für den Anschlusstreffer. Die bittere Pille schluckte man dann in der 59. Minute. Nach einem Einwurf tauchte Kapfenbergs Top-Torschütze Lukas Hassler mit einem simplen Doppelpass im Strafraum im Sechzehner auf und schlug Nesler-Täubl am kurzen Eck. Eine kurze Unachtsamkeit und schon war das dritte Ei gelegt. Ernüchtert muss die Austria nun feststellen, dass das Herausspielen von Chancen einer Sisyphusarbeit gleicht. Cosguns Kopfball nach Gebauer-Flanke verfehlte den Kasten in der 61. Minute nur knapp. Mit Einwechslungen sollen also nochmal neue Akzente gesetzt werden, was aber auch auf Seiten der Kapfenbergern funktionierte. Der Joker Lamine Touré besiegelte in diesem Zuge in der 72. Minute mit einem Sololauf vom linken Flügel in den Strafraum das Schicksal des Spiels und setzte dem Spiel mit dem vierten Tor den Hut auf. Die Austria gibt sich zwar nicht auf und arbeitet weiter nach vorne, der Ball scheint sich an diesem Halloween-Abend aber vor dem Tor der Kapfenberger zu fürchten. Paul Lipczinski ließ in der 86. Minute zwar zappeln, doch nur von außen. Damit scheint er dem Ball aber die Angst genommen zu haben, denn nach einem schönen Steckpass von Luka Parkadze gelingt Tolga Günes in der 93. Minute doch noch der Ehrentreffer. Von mehr als Ergebniskosmetik ist hier aber leider nicht zu sprechen.

Tolga Günes betrieb nur noch Ergebniskosmetik. Photo: GEPA pictures/ Hans Oberlaender

Mit einer bitteren Abfuhr im Mittelfeldduell der „LigaZwa“ muss die Austria die Heimreise antreten. Während der KSV seine Negativserie beendet, verbleibt die Austria bei 14 Punkten und steht weiterhin im hinteren Mittelfeld der Tabelle. Besonders bitter ist auch die Tatsache, dass man mit 25 Gegentoren als schlechteste Defensive in das Wochenende geht und in Auswärtsspielen erst vier Punkte sammeln konnte. Wichtig ist nun, den Fokus auf die nächste Aufgabe zu richten und zuhause erneut eine Reaktion zu zeigen. Mit der zweiten Mannschaft von Sturm Graz reist auch ein passender Gegner nach Maxglan. Die Zweitvertretung des Meisters befindet sich auf den Abstiegsplätzen, womit das Ziel sein müsste. Sichert euch am besten gleich eure Tickets>>

Bericht: Tim Bosnjak

Stimmen zum Spiel

Simon Nesler-Täubl: „Es gilt jetzt wieder, nächste Woche gegen Sturm eine Reaktion zu zeigen!“

Marinko Sorda: „In der ersten Halbzeit haben wir die Chancen gehabt. Die Gegner haben aus wenig viel gemacht und die Tore, die wir bekommen haben, darfst du nicht kassieren. Zuhause machen wir es besser. Nächste Woche gibt es drei Punkte.“

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