Wer tot ist, kommt im besten Fall in den Himmel – auf Sky eher nicht mehr. Dafür sichert das Fernsehgeld das Überleben der Klubs, hieß es zumindest lange Zeit gemeinhin. Mit Sommer gilt aber ein TV-Vertrag fern jeder Rekordjagd. Statt immer neuer Höhen erwarten uns jetzt finanzielle Einbußen. Und als wäre das nicht Challenge genug in Zeiten wie diesen, verquickt sich die Situation mit Verteilungsfaktoren, womit die blanke Existenz erst recht wieder zur Herausforderung wird.
Austria Salzburg, SV: für Savoir-vivre – die Kunst, das Leben zu genießen, ganz entspannt dem Klassenerhalt entgegen. Und wer zu Leben weiß, dem macht sogar Freude, dass eben noch nicht ganz alles eingetütet ist – denn das schöne Duell am Samstag verdient es, dass der Fokus beiderseits optimal scharfgestellt ist.
Gegner Admira hat weit mehr Stress um die Ohren, selbstauferlegt durchs hochambitionierte Saisonziel, das da lautet – oder lauten muss: Aufstieg.
An anderen Standorten dieselbe Devise: Nichts wie weg hier! Und derselbe Druck, versteht sich. Das Schneckenrennen lässt ja zuweilen Zweifel zu, aber geäußert ist grosso modo ein Drang nach oben, wie er selten zuvor derart deutlich wahrzunehmen war. Doch warum ist das so – warum will gerade heuer jeder so sehr rauf, als käme hier in „Liga Zwa“ im Sommer der Sensenmann?
Wir sind den Motiven auf die Spur gegangen und haben für die vehementen Fluchtversuche mehr als eine Antwort ausmachen können.

Überleben in der Todesliga
Irgendwie wird alles immer noch ein bisschen besser. Man kann’s ja noch sarkastisch meinen, aber das Grundgefühl der Nachkriegszeit, es ist überholt. Scheller, weiter, immer mehr – das Gegenteil ist der Fall, festzumachen etwa am Beispiel des neuen TV-Vertrags, mit viel Pay-TV und Sublizenzen für den ORF: Dieser bringt für die Bundesligisten in den kommenden vier Spielzeiten jedes Jahr knapp 20 Prozent weniger Geld. In absoluten Zahlen: Rund acht Millionen Euro weniger wandern in den großen Topf, pro Saison. Dementsprechend sinken die Solidarbeiträge an die Klubs der ADMIRAL 2. Liga – auch die Austria muss künftig mit deutlich geringeren Ausschüttungen haushalten.
Für die Verteilung des kargen Kuchens an die Klubs wurde ein neuer Schlüssel definiert. Dieser macht’s in Teilen schwierig, überhaupt an die Kohle ranzukommen.
So sind 15 Prozent der ohnehin sinkenden Summe als Lizenz-Bonus veranschlagt, welcher lediglich unter jenen Zweitligaklubs aufgeteilt wird, die erfolgreich um eine Bundesliga-Lizenz für ganz oben angesucht haben – Aufstieg hin oder her, hieß es ursprünglich, wobei die genauen Modalitäten offenbar immer noch austariert werden. Die Ernsthaftigkeit der Ansinnen wird’s im Zweifel zwar fördern, doch wann damit nahegelegte Vorgangsweise – Vorhalten teurer Verwaltung und Infrastruktur – irgendwo Grödig II zutage bringt, wird vermutlich eher eine Frage der Zeit sein.
Weitere 15 Prozent werden nach sportlicher Leistung ausbezahlt – wer punktet, kassiert. Mit 35 Prozent relativ gut bespeist ist der Österreicher-Topf, also immerhin: Konsequent auf heimische Talente zu setzen, wie es unserem Salzburger Weg ohnehin entspricht, lohnt sich zumindest in der Relation weiterhin.

Schiri, wir wissen wo dein Sparschwein steht!
Ein massiver Einschnitt insbesondere für kleine Zweitligisten ist die Aufkündigung des Schiedsrichter-Übereinkommens seitens des ÖFB. Bislang ist in den höchsten beiden Ligen der Verband für die Kosten der Unparteiischen aufgekommen, mit mindestens 800.000 Euro pro Saison ist dies zu beziffern, sprich: mit 50.000 Euro Mehrbelastung pro Verein.
Ein lediglich prozentual angepasster Sockelbetrag, sinkende Summe in absoluten Zahlen, gesunkenes Volumen insgesamt auf der Ertragsseite, gestiegene Erfordernisse bei verwaltungstechnischen Standards und in Sachen Infrastruktur – ein zynisches Hochhängen der verbliebenen Trauben? Als wäre das alles nicht genug, auch noch der Rucksack von zu stemmenden Schiri-Kosten auf die Schulter, umgehängt ohne „soziale“ Abfederung zugunsten kleinerer Klubs – ein Stakkato, das sportlich nehmen muss, wer irgendwie kann, nur: Ob die Organisatoren des Wettbewerbs nicht etwas umsichtiger um eine richtige Reaktion ringen sollten, nachdem die Misere Stripfing und vieles andere zuvor „keiner“ auf dem Radar hatte?

Gewerkschaftszeiten! Fanstreik bei der Admira
Auch wenn all die Hingabe es meist anderes vermuten lässt: Zumindest die Fans müssen keineswegs alles mitmachen, was so daherkommt. Die organisierte Anhängerschaft der Admira verdeutlichte dies unlängst auf kurzem Dienstweg unmittelbar dem eigenen Verein: Dieser hatte auf sein Veto verzichtet – vergessen, wie der Kurve später zu verstehen gegeben wurde – und die (deutlich) über 300 Kilometer entfernte Auswärtspartie in Bregenz zu unsäglicher Anstoßzeit über die Bühne gehen lassen.
Arbeitstag, Anstoß 18 Uhr – wer dafür quer durch die Republik reist, kommt um einen Urlaubstag klarerweise nicht herum. Umso wichtiger ist es, dass wenigstens vorhandene Modalitäten genutzt werden, um die Wege gangbar zu machen für die Treusten der Treuen, die immer dabei sein möchten. Die bereit sind, sich diese Todesliga vor Ort am eigenen Leibe reinzuziehen.
Die Admira gelobte erneut Besserung, nachdem das Thema eigentlich schon im Herbst besprochen wurde. Umso angenehmer, dass wir uns diesmal samstagnachmittags sehen werden – Stündchen später noch und ein Traum von Fußballnostalgikern würde wahrwerden, aber was nicht ist kann ja noch werden …
Unser Verein unternimmt indes die ganze Saison hindurch schon alles dafür, dass die Gegebenheiten so fanfreundlich wie möglich ausgelegt werden – wir werden es schließlich noch eine Weile lang aushalten müssen hier.

Komm, wir müssen weg!
Sportlich können wir uns nach „Anti-Fußball“, wie Christian Schaider den destruktiven Auftritt der Bregenzer klar eingeordnet hat, bei diesem Heimspiel auf ein ungleich ambitionierteres Gegenüber einstellen.
Die Admira hat, nachdem sie auch nach der Winterpause nicht vom Fleck gekommen war, an der Seitenlinie die Reißleine gezogen. Die Entlassung von Thomas Silberberger ist vermutlich der letzte Schuss in der Patrone von Ralf Muhr, stand doch der Sportdirektor selbst schon im Herbst arg in die Kritik.
Doch wer ist der „Goldberger“ auf Silberberger hin – wer soll’s besser machen? Der Mann für die großen Sprünge im Meisterschaftsfinish ist einer mit Stallgeruch: Harald Suchard absolvierte den Großteil seiner Karriere in der Südstadt. Er traf zwar nur in jedem hundertsten Spiel, doch Suchards Finesse und seine wertvollen Dienste als defensiver Mittelfeldspieler waren gefragt bei der Admira, wo es der heute 49-Jährige auf 201 Einsätze brachte.

Sowohl als Spieler als auch mehr als ein Jahrzehnt später als Trainer verschlug es den gebürtigen Eisenstädter zu den Young Violets. Als Coach im Aufstiegsmodus will Suchard bei der Admira auf die Stärken seiner Spieler fokussieren, damit Selbstzweifel hintanstellen und vorrangig Räume bespielen – unabhängig vom Spielsystem, welches unter Silberberger auf ein 3-4-3 ausgelegt war. Richtig ins Rollen gekommen ist der Suchard-Express auf seiner Premierenfahrt noch nicht – beim Schlager in Lustenau vernebelte man den Last-Minute-Matchball, statt einem schmeichelhaften Dreier gab’s ein gerechtes 1:1.
Keep this: Der uns Bekannteste im Betreuerstab der Südstädter ist und bleibt der Tormanntrainer, Szabolcs Sáfár.

Bewährungsprobe für neue Stabilität
In den Runden vor der Winterpause hat unsere Mannschaft zu defensiver Stabilität gefunden – mehr als nur eine Phase, es ist inzwischen deutlich schwieriger, den violetten Riegel zu knacken.
Beim Hinrundenspiel in der Südstadt Mitte Oktober war das noch anders – kaum Luft zum Atmen für die Austria am Jubiläumsabend der wie aufgezogen agierenden Gastgeber, die auf ein offenes Scheunentor zulaufen konnten wie selten auch in deren Saison.
Klingt wie ein Schauermärchen aus längst vergangenen Tagen, oder? Dafür, dass die Admira am Samstag nicht in der Mottenkiste gräbt, soll einerseits unser eingespieltes Abwehrbollwerk sorgen, wenngleich ohne den Gelbgesperrten Gabriel Marušić; andererseits möchten die Schaider-Mannen mit vielen eigenen Akzenten dafür sorgen, dass das Heimspiel ohnehin in die andere Richtung läuft.

Entfesselter Angriffsfußball aus einer gesicherten Grundordnung heraus – dann wird möglich, worüber auch Legende Marinko Sorda im Nachgang des Wels-Spiels am Ostermontag sinniert hat: „Die letzten Spiele genießen!“
Savourer la vie avec l’Austria Salzbourg!
Text: Christoph Fazekas – ChrisTEXT.com | Fotos: GEPA pictures
Anstoß 14:30 Uhr // Ran an die Karten!

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Anfahrt
Am Spieltag steht euch das gewohnte Parkangebot zur Verfügung. Alle Infos haben wir hier zusammengefasst.
Wir empfehlen, die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen. Die Haltestelle liegt direkt am Stadion und so kann man sich ruhigen Gewissens die eine oder andere Erfrischung gönnen.











