SVAS 1b

Täglich grüßt das Murmeltier!

Am Sonntag zeigte unsere violette 1b zwei Gesichter. Einsatz, Wille und Motivation waren da aber haarsträubende Unzulänglichkeiten verhinderten positiven Ausgang. Bericht Maik Großhäuser

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Sieg in Eugendorf!

Kräftiges Ausrufezeichen in Eugendorf!

In den Köpfen oft als schwer zu bespielender Gegner zugeordnet, hat uns die Statistik ja bereits vor dem Spiel am Freitagabend eines besseren belehrt: Eugendorf…

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Heute Abend in Eugendorf: Konstanz auf dem Prüfstand

Länderspielpause an diesem Wochenende bei den Profiklubs – und irgendwie auch bei uns: denn ausgerechnet am Nations-League-Abend ruft der Prüfstand Eugendorf die Violetten zur 13….

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Arbeitssieg in Maxglan: Die Austria schlägt den FC Zell am See mit 1:0

Leichter als erwartet ging’s bei wunderbarem Herbstwetter am Samstagnachmittag zurück auf Platz zwei. Durch die Heimniederlage Neumarkts gegen unseren nächsten Gegner Eugendorf war klar, dass…

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Wundertüte mit offener Rechnung zu Gast in Maxglan

Violett-Weiß gegen Blau-Gelb: So, wie wir schon in den September gestartet sind, beginnt auch der Oktober in Salzburg-Maxglan. Beim Stadtderby vor einem Monat zweifelte niemand…

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Am Mittwoch Abend verstarb Karl Kodat im Alter von 69 Jahren. Einer seiner Wegbegleiter war Sportjournalist Hannes Krawagna, der einst von Kodat sagte: „Er ist mein Gott, und ich bin sein Prophet!“ Für austria-salzburg.at wirft Krawagna einen Blick zurück auf das Leben und die Karriere des Ausnahmekönners.Das war Karl Kodat
Für uns enge Freunde, die um seinen kritischen Zustand  Bescheid gewusst und um ihn gebangt hatten, kam sie nicht ganz unerwartet. Und dennoch traf uns die Nachricht vom Tode Karl Kodats in den späten Nachmittagsstunden des 29. Februar mit voller Wucht. Denn ehe dieser geniale Kicker vor wenigen Wochen – knapp vor seinem 69. Geburtstag – von einer schweren Meningitis in ein tiefes Koma versetzt wurde, von dem der liebe Mensch nicht mehr erwachte, gab es keinerlei Hinweise auf einen so frühen und brutalen Schlusspfiff hinter ein Leben, dessen viele Härten er stets mit bewundernswerter charakterlicher Bravour und edlem Gemüt zu meistern verstanden hatte.

Der Fußball und die Fähigkeit, das Spiel perfekt zu zelebrieren, haben das Dasein dieses Ottakringer Arbeiterkindes von Jugend an bestimmt. Und dennoch verlief seine Karriere alles andere als bilderbuchgleich. Den frühen Nachwuchsjahren beim damaligen Topverein Wiener Sportclub, der nur zwei Steinwürfe weit von seiner Wohnung beheimatet war, folgte nämlich eine Bäckerlehre, deren strapaziösen physischen Anforderungen bald der geliebte Fußball als Leistungssport zum Opfer fiel. Just in den besten Teenie-Jahren trickste, zauberte und schoss das begnadete Talent nur mehr hobbymäßig im Firmenteam von Siemens-Schuckert. Zumal sich Halbwaise Kodat zusätzlich als Eisenbieger verdingte, um den eigenen Lebensunterhalt und den seiner invaliden Mutter zu bestreiten, die beim Wäschewaschen von einem Blitzschlag getroffen worden war.

Erst mit 19 setzte KK besagtem Hobby-Kicker-Intermezzo ein Ende. Allerdings war auch sein Beitritt zu Alt-Ottakring beileibe noch kein Indiz für einen Steilaufstieg in höchste Fußballgefilde. Denn der Klub dümpelte im tiefsten Unterhaus umher. Mit seinen brillanten Fähigkeiten machte der ob seiner filigranen Statur als „der Dürre“ titulierte Kodat indes bald auch den Talentespähern der Promiklubs lange Zähne – und nach zwei abgeblockten Lockrufen von Ex-Teamchef Pepi Argauer, dem „Scout“ von Austria Wien, folgte er schließlich doch der violetten Verlockung.

Dort freilich sah sich das 21-jährige 57-Kilo-Hendl mit schier übermächtiger Konkurrenz konfrontiert: Nationalspieler so weit das Auge reichte – und insbesondere arrivierte Angriffsspieler sonder Zahl: Nemec, Hof, Buzek, Fiala, Jacare, Geyer, Parits, Mütter, Hirnschrodt, Hickersberger, Ettmayer (letztere drei wurden erst später zu Mittelfeldspielern umfunktioniert) – da war es schon eine ausgesprochene Kunst, überhaupt in den Kader zu rutschen – und ausgetauscht bzw. eingewechselt durfte (bis 1967) bei Pflichtspielen sowieso nicht werden. So gesehen waren die 71 Einsätze, garniert mit 47 Toren, die der damalige Nobody bis zu seinem unfreiwilligen Abgang für den Wiener Nobelklub erzielte, bereits ein Gütesiegel erster Klasse.

Die Adelung zum großen Fan-Magneten sollte dennoch erst danach erfolgen – in Salzburg.

Man schrieb den Juli 1967. Gerhard Hanappi war längst im Ruhestand und Horstl Nemec, mittlerweile mit 128 Kilo Leibesfülle ausstaffiert, von Austria bereits ins Vienna-Asservat verfrachtet worden. Also war es an der Zeit, sich ein neues Objekt für kultische Bewunderung zuzulegen., Der Zufall machte die Kür zum Kinderspiel. Salzburgs Klubchef Günter Praschak  implantierte für die Schnäppchen-Ablöse von insgesamt 330.000 Schilling seinem damals eher schwachbrüstigen Aufsteiger-Team unter anderem auch zwei Akteure von Austria Wien: den 20fachen arrivierten Nationalspieler Horst Hirnschrodt – und dazu ein sogenanntes Enfant terrible. Diese Bezeichnung hatte sich der schmächtige Fußball-Feinmechaniker Kodat durch die mutwillige Zerstörung des Nasenbeins eines nachhaltigst provokanten GAK-Verteidigers namens Adi Hammer eingehandelt – und sich mit diesem Fausthieb auch so weit von den noblen Imageansprüchen des FK Austria entfernt, dass er von Vereinsboss Joschi Walter und Trainer Ernst Ocwirk umgehend in die tiefste Fußballprovinz deportiert wurde.
Fortan hatte Salzburg auch Festspiele für „uns da unten“ – und wir direkt vor der Haustür eine neue Kultfigur für unsere Fußball-Obsession. Mir war nämlich die proletoide Außendarstellung meines neuen Lieblingskickers völlig wurscht, und alsbald prangte an meiner Zimmertür ein selbst verfertigtes Poster mit dem blasphemischen Credo „Kodat ist mein einziger Gott – und ich bin sein Prophet!“

Kurzum: Alle waren glücklich, die Klubführung, die Mitspieler und wir Fans – nur Kodat selber (zunächst) nicht: Wacker Innsbruck hätte ihm einen weitaus besseres Angebot offeriert, aber Joschi Walter wollte nicht einen Titelrivalen mit dem Superstürmer verstärken und unter Androhung der Freigabeverweigerung zwang er den Ausgemusterten förmlich nach Lehen. Was der Austria Wien-Chef damals wohl noch nicht ahnte: Im Gefolge dieser Spielerverfrachtungen nach Salzburg, wo man danach auch noch weitere Hochkaräter wie Torwart Adi Antrich, Peter Grosser und Heinz Libuda holte, wurden die hiesigen Violetten so stark, dass sie schließlich den Wiener Namensvetter überflügelten. Und das, obwohl sie wegen des Stadionbaus gar keine eigene Heimstätte mehr hatten und auf den ASV-Platz nach Itzling auswichen.

KK indes war mittlerweile hierorts richtig heimisch geworden, zumal er in seiner frisch angetrauten Frau Renate in Salzburg längst auch sein privates Lebensglück gefunden hatte.

Der Wandel der sportlichen Kräfteverhältnisse fand seine markanteste Manifestation  an einem schneereichen Wintersonntag Anfang März 1971: Salzburg gewann (ohne den verletzten Grosser) 6:0 – und der Hauptprotagonist dieses Fußballfestivals hieß Karl Kodat, der inzwischen dem einst entgangenen Innsbruck-Transfer keine Träne mehr nachweinte.  Sein „Viererpack“ in diesem unvergesslichen Wintermatch waren ein Brillantfeuerwerk, das ihm auch die Tür ins Nationalelf öffnete.

Bei Österreichs  EM-Qualifikationsmatch in Nordirland steuerte er ein Goal zum 4:1-Sieg bei, das beste seiner fünf Länderspiele allerdings absolvierte er in Südamerika – vor ganz großer Kulisse: 130.000 Zuseher sahen am 11. Juli 1971 in Sao Paulo bei Peles Team-Abschiedsspiel  auch einen grandiosen Karl Kodat. Aber die Riesenfreude, die seine große Salzburger Fangemeinde beim damaligen 1:1 gegen den Weltmeister über seine Galavorstellung empfand, war alsbald getrübt von heftigem Trennungsschmerz. Denn Karlis Bravourleistung gab für Royal Antwerpens Präsident Eddy Wouters endgültig den Ausschlag, weit tiefer als ursprünglich kalkuliert in die Tasche zu greifen und das Objekt seiner Begierde für 1,4 Millionen Schilling Ablöse nach Belgien zu lotsen., Dort konnte der Neo-Legionär Kodat dann u.a. auch Loius van Gaal als Teamkollegen begrüßen

Zwei Beispiele illustrieren nicht nur das Ausmaß, sondern auch die Nachhaltigkeit der ungeheuren Popularität, der sich der Ballartist  im Verlauf von sechs höchst erfolgreichen Jahren landesweit erworben hat: Als ihn Austria Salzburg im Herbst 1993 anlässlich der UEFA-Cup-Konfrontation mit Royal schon im Vorfeld des Spiels als „Ambassador“ nach Antwerpen entsandte, riss sich auch noch 16 Jahre nach seinem Abschied die millionenschwere flämische Hautevolee eine Woche lang tagtäglich darum, den einstigen Kultkicker bei sich als Gast haben zu dürfen. Und am Matchtag wurde eigens zu Karlis Ehren im neu erbauten Business-Club des alten  Bosuil-Stadions nur feinste Wiener Küche serviert und Schrammel-Musik gespielt., Sieben Jahre danach, also ausgangs des vorigen Milleniums, erfuhr Kodat noch bedeutsamere Ehren: Da wurde er zum „besten Belgien-Legionär des Jahrhunderts“ gekürt – und das, obwohl auch international höchstrenommierte Großkaliber wie Rob Rensenbrink, Jean-Pierre Papin, Ruud Geels, Arie Haan, Frank Arnesen, Laszlo Fazekas, Lothar Emmerich, Horst Hrubesch, Ulrik Le Fevre, Simon Tamahata oder Jan Koller zur Wahl gestanden wären.

Doch bei allen sportlichen Triumphen, – nennen wir nur beispielsweise seinen Hattrick beim 4:1 im UEFA-Cup über Aston Villa als drei von insgesamt 115 Toren, die er in 233 Spielen für Royal erzielt hatte –  bei aller Popularität und Anerkennung, die ihm in der Fremde entgegen schwappten – seine Heimkehr nach Salzburg (1977) war dem mittlerweile 34jährigen eine Herzensangelegenheit. Immerhin hatten ihm seine Belgien-Einkünfte ja auch ein schmuckes Haus in Anthering beschert. Und weil es auch um seine Leistungsfähigkeit immer noch hervorragend bestellt war, erlebte Fußball-Salzburg noch eine zweite Kodat-Festspielära. Sie dauerte drei Jahre. Ehe er danach seine Karriere nach Gastspielen in Ried und Berndorf bei Grödig endgültig ausklingen ließ, konnte er unter insgesamt sieben Austria-Jahre folgende stolze Bilanz ziehen: 159 Oberhaus-Spiele, 77 Tore – und dazu noch 29 Zweitdivisionseinsätze mit 11 Treffern in seiner Heimkehr-Saison 1977/78, die mit der Bundesliga-Rückkehr der Violetten gekrönt war.

Weil ihm nach Karriereende auch sein Zivilberuf als Stromkontrollor bei den Salzburger Stadtwerken durchaus behagte, schienen beste Vorzeichen für ein zufriedenes weiteres Dasein gegeben. Aber das Schicksal ließ sich davon nicht steuern und hatte immer wieder neues Ungemach  für Kodat parat, das noch weit peinvoller war als vier Meniskusoperationen oder Muskelrheuma.  Der schmerzlichste Tiefschlag war wohl der Treppensturz seiner Gattin Renate, die dadurch zum Pflegefall wurde. Mit welch liebevoller Geduld sich der Karl der Betreuungsaufgabe über Jahrzehnte bis zuletzt widmete, sagt wohl alles über Charakterstärke, unverbrüchliche Treue und Hingabe dieses außergewöhnlich bescheidenen Menschen. Eitelkeiten aller Art waren ihm ebenso fremd wie Neid oder materielle Gier. Deshalb blieb er auch selbst zu Zeiten größter sportlicher Höhenflüge stets authentisch und erdnah.

Um ihm Freude zu bereiten, genügten die kleinen Dinge des Lebens: Die Konversation mit Freunden an seinem Stammtisch im „Guten Hirten“ oder ein Wienerschnitzel mit Erdäpfelsalat und einer Flasche Clausthaler. Eine DVD von Toni Strobl und den Spitzbuam oder von seinem Gala-Länderspiel in Brasilien. Selbst aufwandsarme Kleinigkeiten wie die  Digitalisierung seiner uralten Musikkassetten mit den heiß geliebten Wiener- und Heurigenliedern erfüllte ihn mit sichtlicher Dankbarkeit. Und wenn jemand Dritter die glorreichsten Momente seiner langen Fußballkarriere reminiszierte oder wenn ehemalige Salzburger Mannschaftskollegen seine Leidensfähigkeit priesen, mit der er in den 60er-Jahren selbst auf der damaligen knochenharten, steinigen Trainingsgstätt´n unter Missachtung jeden Schmerzes mit genagelten Stollenschuhen trainierte, stand ihm die stille Genugtuung, nicht vergessen zu sein, ins Gesicht geschrieben. Seine grünbraunen Augen nie mehr leuchten sehen zu können, wenn er selber im Schatzkästchen seiner Erinnerung kramte und beispielsweise von einer ihm bis dahin völlig ungekannten Schusstechnik schwärmte, die er sich bei Austria Wien von seinem brasilianischen Mitspieler „Waldi“ Jacare abgeschaut hatte – dieser Umstand tut weh.

Was uns neben der Trauer bleibt, ist die Dankbarkeit, so einen edlen Menschen und genialen Sportler aus nächster Nähe erlebt haben zu dürfen. 

Hannes Krawagna

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