Krise prolongiert: Austria verliert in St. Johann, bleibt weiter ohne Tor

Wenn der Sommer allmählich in den Herbst übergeht, ist die Zeit der Volksfeste gekommen. Die Aufgabe der Fußballklubs in diesen Tagen mag bescheiden anmuten: Einfach keine Spaßverderber sein an diesen Gute-Laune-Tagen.

Will heißen gewinnen, verdammt nochmal gewinnen um sich optimal ins allgemeine Stimmungsgefüge einzupassen. Ja die Wiesn-Laune nicht drücken in München, nicht selbst zum Lachobjekt des Karnevals werden in Köln, und bei uns in Salzburg eben: Einen Ruperti-Kirtag ohne Sorgen um die violette Fußballwelt möglich machen.

Gute Phasen, weise Phrasen: Wäre, hätte, Fahrradkette

All das und vieles mehr ist unserer Mannschaft leider nicht gelungen. Unser Volksfest findet in diesem Jahr in weiteren Tagen der violetten Durststrecke statt. Was zwar angesichts unserer Pleitenserie abzusehen war, hätte am Freitagabend in St. Johann aber durchaus abgewendet werden können. Die Austria hatte einige gute Phasen und ein ständiges, leichtes Übergewicht im Spiel. Die meisten Chancen waren zwar keine richtigen „Sitzer“, aber man war durchaus lange genug am Drücker, sodass sich unsere Mannschaft das Ende ihrer Torflaute verdient hätte. Am dichtesten dran war man bei einem Kopfball an die untere Querlatte, tief drin in der 2. Halbzeit.

Umgekehrt waren die Gastgeber selten genug gefährlich, sodass man auch dann von einem normalen Spielverlauf sprechen hätte können, wäre der Kasten von Keeper Schlosser diesmal sauber geblieben. Ihr merkt schon: Etwas Konjunktiv für einen violetten Torerfolg, noch mehr Konjunktiv für eine „weiße Weste“ im eigenen Tor – insgesamt ist das einfach schon wieder zu viel Hätte, Wenn und Wäre.

Lichte Momente in dunklen Wochen

Bedingungslos hingegen zeigten sich die Anhänger der Austria in ihrer Liebe zum Verein und, ja, auch in ihren Anfeuerungen für die Spieler – ein Feuerwerk an Rückhalt auch dann, wenn man von Fanseiten selbst kaum eines zu erwarten hat. Als die Partie in der zweiten Halbzeit wegen eines kompletten Ausfalls zweier Flutlichtmasten für gut eine Viertelstunde unterbrochen war, sammelte man sich nochmal. Die Fans unserer Mannschaft wurden immer leidenschaftlicher und so gab’s hinten raus nochmal ein, leider ebenfalls unbelohntes, Aufbäumen.

Es reichte wieder nicht, weil die beste Chance des Spiels dann doch Benjamin Ajibade hatte, und sie der St. Johanner Top-Angreifer in der 32. Minute klasse ins Netz jagte. Weil die Dynamik der äußeren Einflüsse auf das Spiel, welche die Austria vom schier unaufhörlich starken Support ihrer mitgereisten Fans aufschnappte, noch nicht ganz ausreichte, um letzte Unsicherheiten ganz abzulegen und stattdessen etwas mehr Präzision in einige Aktionen zu bringen. Und letztlich wie beschrieben auch, weil das oft eben nötige Glück unserer Mannschaft nicht hold war.

Wir wünschen allen Austrianern dennoch ein schönes Wochenende, einen schönen Ruperti-Kirtag – lasst euch die Laune nicht zu sehr trüben. Und Kenner wissen ja: Am Dienstag gibt’s in Salzburg ganz bestimmt ein Feuerwerk!

Hier noch die weiteren Ergebnisse dieses 10. Spieltags:

Saalfelden – Grünau 3:0

Anif – SAK 0:3

Bischofshofen – Grödig 1:3

Kuchl – Seekirchen 1:1


Regionalliga Salzburg, 10. Runde, 20. 9. 2019
TSV St. Johann – SV Austria Salzburg 1-0 (1-0)

Austria Salzburg spielte mit:
Schlosser; Sandmayr, Endletzberger, Theiner, Purkrabek; Keil, Marasek (76. Hödl); Sorda, Mayer, Schwaighofer (76. Omerovic); Lazarevic

Tor:
1-0: Ajibade (32.)

Schüsse gesamt: St. Johann 7 / Austria 14
Schüsse aufs Tor: St. Johann 3 / Austria 2
Lattenschüsse: St. Johann 0 / Austria 1
Schüsse abgeblockt: St. Johann 0 / Austria 2
Ecken: St. Johann 3 / Austria 11
Fouls: St. Johann 21 / Austria 15
Abseits: St. Johann 2 / Austria 3

Gelbe Karten:
St. Johann: 1 (Volk, 100./Foul)
Austria: 2 (Mayer, 31./Foul; Endletzberger, 92/Foul)

St. Johann/Pongau, 450 Zuschauer
SR: Sergej Provci; Assistenten: Amar Rekik, Johannes Dusch

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