Kultiger Kehraus gegen Krisenklub: Überwintern wir vor der Vienna?

10. Dezember 2025

Anspruch treibt an, und sei es nur das Personalkarussell. Eine deklarierte Anspruchshaltung – im besten Fall sorgt sie für Feuer, sonst gibt’s den Knall und sie lässt feuern. Bei einem der Titelaspiranten ging der Schuss nach hinten los, weshalb am dritten Adventsamstag mit uns Underdogs auf gute Tabellennachbarschaft angestoßen werden darf.

„Spütog“ am 13.12. – statt einschlägiger Codes erinnern wir an unseren einstigen Coach: Am Samstag ist der fünfte Todestag des großen Otto Barić. Der „Maximalist“ und legendäre Taktgeber der violetten Boyband in den glorreichen Neunzigerjahren wird bei Austria Salzburg immer unvergessen bleiben.

An seinem Sessel wurde nie gesägt – er saß auf einem Sofa: Couch-Coach Otto Barić in seinem „Wohnzimmer“, dem Lehener Stadion.

Verträumtes Finish: Vienna zur Vorweihnacht

Wir bestreiten am Wochenende ein Pflichtspiel so spät im Kalenderjahr wie seit 40 Jahren nicht. Selbst das denkwürdige 2:1 im Schneematsch gegen Spittal hat Srečko Kurbaša 1988 zwar spät auf der Matchuhr, aber zehn Tage früher am Kalender über die Linie gestochert. Ebenfalls Kärntner waren zu Gast, als letztmals schon die zweite Hälfte der Türchen am Adventkalender zu öffnen dran war, ehe immer noch die Kugel rollte – 1:1 gegen den SV St. Veit am 14. Dezember 1985 in der 2. Division vor 800 Zuschauern im Lehener Stadion.

Diese Kulisse werden wir am Samstag ganz locker knacken, so märchenhaft sich die Begegnung schon liest: SV Austria Salzburg gegen First Vienna FC, ein wahrer Kult-Kehraus der Fußballromantik, würdig um dieses unvergessliche Kalenderjahr 2025 zu beschließen.

Auf ein sportlich wie familiär wunderschönes Jahr kann Denis Kahrimanovic zurückblicken: „2025 war voller spannender Herausforderungen, die zum größten Teil ein positives Ende genommen haben. Der Aufstieg und wie wir uns etabliert haben in der neuen Liga – das macht mich, das kann uns alle stolz machen. Für mich persönlich war es ein sehr schönes Jahr, schon wegen der Geburt meiner Tochter.“ Photo: GEPA pictures/ Matthias Trinkl

Tabellennachbar auf Schlagdistanz

Besser noch: Hat uns der wildentschlossene Aufstiegsanwärter im August mit drei Treffern richtig eingeheizt, zünden wir jetzt die dritte Kerze am Kranz – und haben die Vienna in Schlagdistanz.
Genau gesagt sind wir mit dem Lucky Punch von Klagenfurt bereits vergangenen Sonntag an den Döblingern vorbeigezogen, belegen – mit einem Spiel mehr – schon jetzt deren Platz in der oberen Tabellenhälfte.

Unterm Strich klar ober dem Stich, bedeutet das für die Austria: Rund um die Saisonhalbzeit halten sich unsere Violetten mit satten sieben Punkten Abstand auf Distanz zum derzeit Drittletzten Sturm II, nochmal vier Punkte fetter wird der Polster zum 15. Bregenz, das nach dem Stripfing-Aus tatsächlich erst den Beginn der roten Zone markiert.
Die Vienna hingegen hat nur die Hälfte der Zähler des Führenden St. Pölten am Konto, macht 16 Punkte Rückstand aufs eigene Saisonziel und etwa auch 15 auf die Admira, die eher mitzureden haben wird in Sachen Aufstieg – das eine Spiel weniger dürfte nichts an dieser Aussichtslosigkeit ändern.

Sein Babyglück hätte sich 2025 keinen kitschigeren Zeitpunkt aussuchen können – nicht Neujahr, 0:00 Uhr, nein: das Bundesliga-Baby gab’s für Marinko Sorda. „Den Aufstiegskampf an sich, aber auch alles, was danach mannschaftsintern zerstört wurde, hätten wir ohne unsere Fans niemals so überstanden“, bilanziert unser Spielmacher, der im Mai und Juni die entscheidende Aufstiegsaura auf dem Füßchen hatte. Photo: GEPA pictures/ Mathias Mandl

Vienna versucht’s mit Vehemenz

Wie ernst es den Wienern mit ihrem Saisonziel gewesen sein dürfte, belegt der früh gerissene Geduldsfaden: Schon nach fünf Runden und einer einzigen knappen Liga-Niederlage, auswärts bei Leader St. Pölten, trennte man sich von Trainer Mehmet Sütcü. Wohlgemerkt fallen in diese kurze Zeit die beiden Auftaktsiege der Blau-Gelben, darunter das 3:0-Fußballfest – viel mehr ja noch aus Döblinger Sicht – gegen unsere Austria auf der ausverkauften Hohen Warte.

„Der nächste Schuss muss sitzen“, heißt es dann gemäß gängiger Gepflogenheiten im Fußballgeschäft für Sportdirektoren. Rückblickend doch etwas aktionistisch, bestellte Andreas Ivanschitz im September Hans Kleer – dessen beste Empfehlung von ASKÖ Oedt vielleicht ja, Austria Salzburg im Juli noch aus dem ÖFB-Cup geworfen zu haben. Jeglicher Trainereffekt blieb allerdings komplett aus, stattdessen manifestierte sich unter Kleer die Talfahrt. Den Tiefpunkt bis hierher markiert das 0:3 zuletzt in Bregenz, als der Vorletzte am letzten Novembertag plötzlich die Tartarotti-Festspiele eröffnen konnte.

Bei dieser Tragödie spielte aber Ivanschitz selbst schon keine Rolle mehr. Mitte November wurde der einstige Rapid-Rookie in seinem dritten Jahr als Vienna-Sportdirektor abgesetzt. Sein Schicksal teilt der 69-fache ÖFB-Teamspieler mit Chefscout Stefan Manzana-Marin, den die Vienna als Konsequenz des unbefriedigenden Abschneidens ebenfalls von dessen Aufgaben entbunden hat.

„Ich habe mich brutal schwer getan, die Rolle als Ersatztormann einzunehmen“, entgegnet Manuel Kalman mit offenen Worten jeder Wahrnehmung, die meint, es sei alles recht geräuschlos abgelaufen – dabei spricht gesunder Sports- im Doppelpass mit vorbildlichem Teamgeist: „Ich habe Simon aber von Anfang an gesagt, dass ich ihn zu 100 Prozent unterstütze.“ Zu seiner engagierten Reservistenrolle: „Ich lebe das, glaube ich, um einige Prozent mehr mit als andere, die draußen sitzen, denn im Endeffekt: Es geht um den Verein, und einzig und allein nur um den Verein.“ Zum Vienna-Spiel: „Wir müssen uns einfach alle den A…. aufreißen, damit wir auf jeden Fall etwas holen. Wir spielen zu Hause, da muss jede Mannschaft erst einmal kommen und in Maxglan bestehen, wo uns die Fans zu 100(0) und mehr Prozent unterstützen. Ich will im Bestfall mit drei Punkten in die Weihnachtszeit gehen – das sollte unter Anspruch sein, egal wie der Gegner heißt.“

Anspruch bei der Austria

In Maxglan unterdessen weiter alle Mann an Bord, und in aller Bescheidenheit die Frage: Ist es unser Anspruch als Aufsteiger, vor Titelkandidat Vienna zu überwintern? „Es klingt komisch und fühlt sich surreal an, aber: ja! Aufgrund der Ausgangslage ist das natürlich unser Ziel“, bekräftigt Obmann David Rettenbacher.

Dafür brechen wir nochmal 90 Minuten lang mit der „stillsten Zeit im Jahr“ …
Legen wir uns, frei nach Otto Barić, maximal ins Zeug und holen auf den letzten Metern in Maxglan das Maximale aus diesem Herbstdurchgang raus! So machen wir aus dem Kult- einen Kitsch-Kehraus und zünden an diesem dritten Vorweihnachtswochenende so sehr, dass am Ende ebenso viele Zähler aufs Konto rennen wie Kerzen am Adventkranz brennen!

Text: Christoph Fazekas – ChrisTEXT.com | Fotos: GEPA pictures

Anstoß 14:30 Uhr // Ran an die letzten Karten!

Der SV Austria Salzburg und die in der Curva Viola organisierten Fans bitten die gesamte Austria-Familie um Unterstützung für Familie Schörgenhuber aus dem benachbarten Oberösterreich, die heuer einen unfassbar schweren Verlust erlitten hat.

Am 29. September verstarb Mutter Claudia im Alter von nur 43 Jahren an Bauchspeicheldrüsenkrebs. Zurück bleiben ihr Ehemann Bernhard und die drei Kinder Mia (13), Ben (10) und Tom (3). Vater Bernhard steht nun vor der kaum vorstellbaren Aufgabe, seine Familie allein durch diesen schweren Lebensabschnitt zu tragen.

Noch vor kurzem war ihr Leben voller Hoffnung und Zukunftspläne. Claudia war das Herz der Familie – liebevoll, stark und immer für andere da.
Nun braucht die Familie unsere Unterstützung. Mit eurer Spende helft ihr dem Papa, der kürzlich seine eigene Firma gegründet hat, und den hinterbliebenen Kindern – geben wir ihnen in dieser schweren Zeit Sicherheit, Stabilität und eine Perspektive.

Austrianer, wir haben das schon häufig bewiesen: Unser Verein fühlt weit über den Spielfeldrand hinaus. Gerade am Ende eines Jahres, wie wir es jetzt beschließen dürfen – Violett getragen von einer Welle des Zuspruchs und voller Euphorie mit dem Schwung des Aufstiegs – vergessen wir nicht, wie schnell das Schicksal alles kreuzen kann.

Helfen wir mit all der Kraft, die wir dieses Jahr auftanken konnten, dieser Familie, die sie so sehr braucht und stärken wir die Hoffnung für Vater Bernhard, für Mia, Ben und den kleinen Tom!

Unser Nachwuchs wird am Samstag mit Spendenboxen im Stadion präsent sein, wo ihr eure freiwillige Spende einwerfen könnt.

  • Bereits ab einem gespendeten Euro bekommt ihr eine Weihnachtskarte von Austria Salzburg für eure violette Christkindl-Post
  • Für freiwillige Spenden ab 10 Euro dürfen wir Euch in Kooperation mit ON4ME.COM ein Impulsnotizbuch schenken

DANKE!

Für ehrlichen Fußball und das große Leben
SV Austria Salzburg & die Curva Viola

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laola1.tv überträgt alle Spiele der ADMIRAL 2. Liga live im Stream.

Das Spiel präsentiert euch Weiser Haustechnik

>> euer Installateur in Salzburg.

Live vom Spieltag: Mitfiebern auf der violetten Welle im Podcast LaOla.Viola und mit dem Austria Salzburg WhatsApp-Kanal

Keine Gelegenheit, die Austria selbst vor Ort zu pushen? Dann pushen wir dich: Abonniere den WhatsApp-Kanal von Austria Salzburg, mit dem du am Spieltag nichts verpasst! Alle Tore, alle wichtigen Spielereignisse – sei informiert, bleib inspiriert, dann bist du fürs nächste Mal heiß, wieder selbst ins Stadion zu kommen!
Noch mehr vom Flair: Die letzten 19:33 Minuten plus Nachspielzeit sind wir dann wieder live drauf via Podbean (runterzuladen über die gängigen App-Stores, der Podcast funktioniert aber auch direkt über den Link), diesmal also ab ca. 16:00 Uhr. Die Audio-Liveübertragung gibt’s ab Sonntag auch zum Nachhören, eingebettet im Nachbericht hier auf unserer Website.


Anfahrt

Am Spieltag steht euch das gewohnte Parkangebot zur Verfügung. Alle Infos haben wir hier zusammengefasst.

Wir empfehlen, die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen. Die Haltestelle liegt direkt am Stadion und so kann man sich ruhigen Gewissens die eine oder andere Erfrischung gönnen.

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