Mit Spielwitz nach Donawitz: Sturm-frei in Leoben!

30. April 2026

Das Erdöl ist kernig teuer, doch statt daheim den Spritspar-Champion anzupeilen, holen wir unsere Reserven aus dem Tank und schalten auf den höchsten Gang. Fossil oder erneuerbar – kramen wir einmal noch alle Energie zusammen, geben wir gebührend an mit unserer geilen Austria und genießen wir die letzte Ausfahrt der Saison, gelöst und voller Freiheitsgefühl in unserer zuverlässigen Kutsche Klassenerhalt!

Vorletzter Spieltag für die Austria, weiter geht es auf unserem sportlichen Rachefeldzug – wie gegen Kapfenberg sah’s in der Hinrunde auch gegen Sturm II nicht gut aus, wie letzte Woche soll nun im Saisonfinish die Korrektur folgen.

Außer den Langzeitverletzten alle Mann fit – alle ins Trikot auch neben dem Spielfeld! Olle! Damit wir in Leoben ein Leiberl haben.

Stabil samma

Der Führungstreffer von Daniel Bares war zu wenig, in der zweiten Halbzeit drehten die Grazer Anfang November die Partie in Maxglan, gewannen mit 2:1. Zwei Gegentreffer bekamen wir seither noch zweimal, mehr nie mehr.

Wir vergleichen die 13 Spiele bis einschließlich besagter Heimniederlage gegen Sturm II mit den 13 Partien, die daraufhin folgten – und tun dies selbstverständlich gründlich wie ein Tankstellenbetreiber, runden auf drei Nachkommastellen.

2,077 Gegentore kassierte die Austria im Schnitt pro Partie bis Anfang November. Dann fielen Länderspiel- und Stripfing-Zwangspause zusammen, Kathrein stellte den Tanz ein und die Austria-Defensive nahm den Gegnern fortan ihren Schwung raus: 0,615 Gegentreffer kassiert die Austria seither nur noch je 90 Minuten plus Nachspielzeit – ein Wahnsinnswert, den nicht einmal die Bollwerke der Top-Ligen erreichen.

Die ausgezeichnete Abwehrarbeit u.a. von Gabriel Marusic entgeht auch den Scouts nicht, zumal Zahlen und Trends wie jene, die wir für die Berichterstattung hier noch händisch ausgerechnet haben, längst in Echtzeit mittels Datenmustern erkannt werden. Der Kroate steht über den Sommer hinaus unter Vertrag bei der Austria, wird aber von Interessenten aus seiner Heimat umworben – zuletzt beobachteten ihn Vertreter von Erstligist NK Istra. Sollte der 23-Jährige tatsächlich bald im sonnigen Pula grätschen, wird zuerst ein Geldregen für die Austria fällig. Photo: GEPA pictures/ Oliver Lerch

Werte niedrighalten

Der feststehende Deutsche Meister Bayern München etwa fängt sich mit 1,032 Dingern pro Spiel mehr als der Dortmunder Borussen-Beton (1). Die Mailänder Catenaccio hält bei 0,912 von Inter, das dem Scudetto entgegenblickt, bzw. 0,794 beim Dritten, Milan. Die Keeper von Spaniens Größen Barca und Real müssen pro Partie 0,909 bzw. 0,939 Mal hinter sich greifen, in Frankreich zieht Paris Saint Germain mit 0,833 Einschlägen einsam seine Kreise und auf der Insel ist Leader Arsenal mit 0,765 Gegentoren pro Spiel defensiv das Maß der Dinge.

Wir steuern mit diesem Wertekompass zurück nach Salzburg, Conclusio nach inzwischen gleichlangem Vergleichszeitraum der violetten Saisonperioden: Im Herbst noch hat’s fast dreieinhalbmal so oft gescheppert wie danach – Rasenziegel vor der Austria-Alm, die eine oder andere inkonsequent verteidigte Standardsituation und „Schützenfeste“ von Bregenz und St. Pölten bringen es zusammen gerade einmal auf acht Gegentreffer, die der Austria seit Ende November eingeschenkt werden konnten.

Immer noch ein Bein dazwischen: Sebastian Aigner und seine Nebenleute wollen nach Kapfenberg auch Sturm II nicht gewähren lassen. Photo: GEPA pictures/ Wolfgang Kofler

Rote Stadt, grüner Stahl, blauer Himmel – ein Ausflug ohne Ausreden!

Im Solarstadion hätte eine derartige Veranstaltung wohl keine Sonne gesehen. Deshalb geht’s am Samstag ins mittlere Murtal, wo wir in Leoben gastieren – wo uns Walter „Schoko“ Schachner 1998 mal ein Testspiel-Türl ins Netz gelegt hat, wo wir in einem Pflichtspiel zuletzt 1991 bei Alpine Donawitz gastierten, wo somit viele von uns Neuland betreten, welches wir uns vorab etwas genauer ansehen möchten.

Steiermarks zweitgrößte Stadt ist bekannt für ihr Bier, benannt nach Göss, dem wohl zweitwichtigsten Stadtteil nach jenem, in dem auch das Stadion steht: Das VOEST-Werk in Donawitz macht Leoben zu einem der bedeutendsten Standorte der österreichischen Eisen- und Stahlindustrie. Ab nächstem Jahr, wenn der bereits 2024 errichtete Elektrolichtbogenofen in Betrieb genommen wird, sollen hier jährlich rund 850.000 Tonnen grüner Stahl produziert werden.

In Leoben-Göss, hier der Blick auf die Brauerei, gibt es auch ein ehemaliges Stift zu bestaunen – es ist das älteste Kloster der Steiermark. (c) Foto Freisinger

Auswärtskehraus beim eisenfressenden Strauß

Am Fuße des Wetterkogels, wo die Mur eine elegante Schlinge mäandert, ist man außerdem stolz auf die Montanuniversität, Österreichs einzige Hochschule für Berg- und Hüttenwesen. Gemeinsam mit TU Graz und TU Wien bildet die 1840 von Erzherzog Johann gegründete Tech-Uni den Dachverein „TU Austria“. An die 3.000 Studierende belegen die 13 Bachelor- und 27 Masterstudien, lassen Leoben pulsieren und verpassen der sozialdemokratischen Hochburg mit ihrem industriell geprägten Charakter eine identitätsstiftende, zukunftsträchtige Facette.

Wer etwas Zeit für Sightseeing einplant, sollte über die Murbrücke zum Schwammerlturm spazieren, sich am Hauptplatz das markant-rote Hacklhaus ansehen oder im Kulturquartier kreative Energie tanken, wo Museumscenter und Kunsthalle zu einem modernen Komplex verschmolzen sind. Passend auch das Wappentier der Bezirkshauptstadt am südlichen Ausgangspunkt der Österreichischen Eisenstraße, welches vom Alten Rathaus thront: Ein Strauß, der ein Hufeisen in seinen Schnabel klemmt.

Die Murschleife ummantelt Leoben, im Hintergrund der Stadtteil Hinterberg mit dem „falschen Erzberg“. (c) Foto Freisinger

Fußballtradition zwischen Idylle und Industrie: Das Stadion Donawitz

Mindestens genau so traditionell wie industriell hat sich der Leobener Fußball seinen Platz in der ledernen Landkarte der Republik eingraviert. Weil eine Einlassung auf den unlängst wieder zurück in die Regionalliga Mitte abgeprallten DSV Leoben diesmal aber am Thema vorbeigeht, seien an der Stelle nur ein paar Worte zum Stadion verloren, dessen Eröffnung 1928 ins selbe Jahr fällt wie die Gründung der Grün-Weißen, des damaligen WSV Donawitz.

Die nostalgisch-naturnahe und zugleich industriell inspirierte Spielstätte wurde auf dem Boden der Schlackenhalde des Donawitzer Stahlwerks errichtet – deshalb „Monte Schlacko“, weshalb „Arena“? Keine Ahnung. Im Laufe der Zeit mehrfach modernisiert, finden heute rund 6.900 Zuschauer Platz, die meisten auf den beiden großen Tribünen entlang der Längsseiten, wobei den besten Komfort die überdachte Haupttribüne bietet.

Photo: GEPA pictures/ Manuel Binder

Saisonfrischen Zweitligafußball gab’s in „Kartnigs Werbeprofi Arena“, wie die Hütte heuer heißt, auch unlängst: Wegen Rasenproblemen in Gleisdorf musste Sturm II bereits im Herbst für drei Spiele ins Obersteirische ausweichen, nebst einer 0:3-Pleite gegen Wels sprang fürs schwarze Graz gegen die Admira und Amstetten immerhin jeweils ein Zähler raus.

Photos: GEPA pictures/ Avni Retkoceri, Hans Oberlaender (re.)

Vollgetankte Violette: Gas geben fürs Geld?

Obere Tabellenhälfte, ausgeglichenes oder positives Torverhältnis (derzeit –3), einstelligen Tabellenplatz vor Mitaufsteiger Wels halten – worum geht’s eigentlich noch, mit dem Klassenerhalt in der Tasche, in den letzten beiden Spielen?

Kaum eine Rolle dürfte der Spielausgang am Samstag für die Vereinskasse spielen. Der 15-Prozent-Anteil des leistungsabhängigen TV-Gelds wird nach erreichten Punkten ausgezahlt, die Platzierung im Endklassement spielt finanziell keine Rolle. Rauskommen dürften dabei pro Zähler gut tausend Euro, wobei angesichts von Punkteprämien an die Spieler per saldo ein Nullsummenspiel zu erwarten ist.

So oder so also kein Kopfzerbrechen für Kassier Bernhard Knoll. Angesprochen darauf, trieb unser Langzeitfunktionär beim kleinen Tippspiel vor dem Kapfenberg-Match in aller Gelassenheit das Kleinvieh ein, welches monetär Mist macht und im besten Sinn jene Behutsamkeit abbildet, mit der in unserem Verein auch jetzt weitergearbeitet wird, während die nächsten Schritte vorbereitet werden und die Träume intern und erst recht im Umfeld fraglos schon größere sind.

Ob für die Prämien oder fürs Prestige – jeder Punkt zählt, und kein Weg ist uns zu weit! KI-generiert

Speicher füllen vor der Sommerpause!

Die Straße von Hormus ist zu, Pyhrn-Autobahn und Semmering-Schnellstraße stehen uns aber allen offen – also los nach Leoben, denn wir haben sturmfrei gegen Sturm Zwei! Zapfen wir violettes Blut: Mit Super ’95, aber auch schon ’94 und später ’97 ging unser Sportwagen richtig ab, und heutzutage gönnen wir uns sowieso nur die raffinierteste Sorte für unsere bestens geölte Maschinerie.

Freiheit genießen, denn wir bleiben da oben! Gleichzeitig aber nochmal alles aufbieten für eine würdig abgerundete Bundesliga-Premierensaison, denn bekannterweise: Man soll den Tag nicht vor dem Abend l(e)oben.

Wir entlehnen die biblische Weisheit aus Friedrich Schillers „Wallenstein“ und dreschen sie volley als Fußballphrase – dafür will das Schwein fast schon einen Schein.

Bild KI-generiert

Text: Christoph Fazekas – ChrisTEXT.com | Bildpartner: GEPA pictures

Anstoß 14:30 Uhr // Karten gibt’s vor Ort!

Aus Lehen noch in den Ohren, jetzt wieder unter unseren Sponsoren >>

„Wenn Sie nach dem Spiel nach Hause kommen – was brauchen Sie dann? Maximale Energie! Die Salzburg AG sorgt dafür.“
Laola1 Logo

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Live vom Spieltag: Unser WhatsApp-Kanal tickert schnell und zuverlässig

Keine Gelegenheit, die Austria selbst vor Ort zu pushen? Dann pushen wir dich: Abonniere den WhatsApp-Kanal von Austria Salzburg, mit dem du am Spieltag nichts verpasst! Alle Tore, alle wichtigen Spielereignisse – sei informiert, bleib inspiriert, dann bist du fürs nächste Mal heiß, wieder selbst ins Stadion zu kommen!


ANREISE & ORGANISATORISCHES

Kartnigs Werbeprofi Arena
Annaberggasse 10, 8700 Leoben

Kartenkauf exklusiv vor Ort, nur Kartenzahlung möglich. Der einheitliche Ticketpreis von 12 Euro gilt auch für Kinder im Gästesektor; es besteht aber auch für Austrianer die Möglichkeit, bei Stadionbesuch mit Kindern die Haupttribüne zu wählen – dort haben Kids bis einschließlich 13 Jahre freien Eintritt.

Wissenswert: Gegner SK Sturm Graz feiert am 1. Mai, dem Vortag des Spiels, seinen 117. Vereinsgeburtstag. Es ist dies zugleich der vierte Todestag von Sturms Trainerlegende Ivan „Ivica“ Osim.

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