Nach einem Weilchen wieder gegen die Veilchen: Austria Wien im violetten Salzburg

23. Oktober 2025

„Nie mehr, nie mehr Austria Wien“, wer gesungen hat 2005, sollte zumindest gut zwei Jahrzehnte lang recht behalten. Jetzt dürfen wir’s wieder mit den farbgleichen Favoritenern aufnehmen, die zunächst tatsächlich Favoriten sind – denen wir aber, wie schon in der goldenen Zeit, mehr als Paroli bieten möchten, um sie als erbitterter Erzrivale irgendwann mal wieder vom violetten Thron zu stoßen.

Ganz Austria Salzburg war’s schon nicht mehr, am 23. April 2005 in Kleßheim, bei der letzten Begegnung der violetten Mozartstadt mit der Wiener Austria. Manfred Linzmaier, der als Interimslösung bereits von den leidigen Lizenzkäufern bestellt wurde um denen für ihren nahenden Start im Sommer die Klasse zu halten, unterlag mit 0:1 – die Stimmung getrübt weniger angesichts des Resultats, sondern aus Sorge um die ureigenste Vereinsidentität.
Fünf Monate später, schon in der Premierensaison des Konzerns, wohnte vor Tatsachen gestellter Austria-Anhang überaus verzweifelt noch zwei Partien „gegen“ Austria Wien bei – doch da konnte man selbst dem Erzrivalen längst gönnen, Fußball-Salzburg inzwischen komplett getränkt von der Dose.

Kann man sich heute wundern, mit welchen Geldgebern heimische Klubs flirten, waren die Wiener Violetten in den Neunzigern als „Austria Memphis“ im wahrsten Sinne des Wortes in aller Munde – wenigstens der Zigarettenwerbung mittels Sponsoring setzte der maßgebliche Schritt des Tabakwerbeverbots 2004 ein Ende, als eine entsprechende EU-Richtlinie umgesetzt wurde. Photo: GEPA pictures/ Fritz Leitner

Uns’re Zweite kommt nicht vom Prater

Seither gab’s schon so manches prominente Wiedersehen: mehrmals mit Sturm Graz, Wacker Innsbruck und dem LASK, aber auch mit Rapid und vor zwei Jahren gegen das Konstrukt haben wir’s bereits aufgenommen seit Wiederauferstehung. Auf Austria Wien mussten wir etwas länger warten. Die Verführung ist groß, angesichts 3:0, 4:0, 6:0 und reihenweise verdutzten Gesichtern um Egon Coordes †, Franz Wohlfahrt und Andi Ogris, vorab ein wenig in Neunziger-Nostalgie zu verfallen – wir wenden uns aber flugs dem Hier und Heute zu und schauen uns die Zweitvertretung der Wiener etwas näher an.

Verkehrte Viola-Welt: Weitestgehend leere Ränge prägen in Wien die Heimspiele der dortigen Austria. Photo: GEPA pictures/ Edgar Eisner

Diese trat ab 1997 richtig in Erscheinung, als sie in einer Spielgemeinschaft mit dem PSV, dem Prater SV erstmals am ÖFB-Cup teilnahm. Während sich die Leopoldstädter bald darauf in die Niederungen des Wiener Fußballs verabschiedet haben, wuchsen die Ambitionen der Jungveilchen stetig weiter an. 2018 kam man dank des Verzichts von Ebreichsdorf in die Gunst, selbst als Vierter der Ostliga in die 2. Liga aufsteigen zu dürfen. Zu dieser Rückkehr auf die bundesweite Bühne nach acht Jahren verpasste man sich den frischen Namen „Young Violets“.

Da hat wohl Rapids Samuel Ipoua erstmals vom Prater SV gehört – auf dem ersten Blick das große Wiener Derby, doch hinter Violett stecken die Zwerge vom Riesenrad, derzeit übrigens Vorletzter in Wiens vorletzter Spielklasse, der 1. Klasse B. Photo: GEPA pictures/ Hans F. Punz

FAK II: Ohne Titel viele Mittel

Der Fußballgott meinte es schon überraschend gut mit den Favoritnern und so ließen in den letzten beiden Runden sowohl der FC Marchfeld Donauauen als auch der SC Neusiedl am See aus – beide hatten sie nicht um eine Zweitligazulassung angesucht – und bescherten dem FAK doch noch den Sprung auf Rang zwei auf den allerletzten Drücker, nachdem in der Schlussrunde plötzlich alles für Violett lief: Beim erst dadurch auf Platz acht abgerutschten FCM Traiskirchen errangen scheinbar schon verwelkte Veilchen einen 6:1-Kantersieg.

Young-Violets-Coach Maximilian Uhlig: Anfang 2024 war’s für den 32-Jährigen in Stripfing nach nur wenigen Monaten wieder vorbei. Beim violetten Kooperationspartner, der man bis Sommer war, stellte sich nach Anlaufschwierigkeiten der Erfolg ein – gerade noch rechtzeitig für den Aufstieg. Photo: GEPA pictures/ Armin Rauthner

Leidtragender war der sich schon in Sicherheit wiegende ASK Voitsberg als nun doch Absteiger aus der 2. Bundesliga und stellvertretend für viele Vereine im oberösterreichischen Fußball der UVB Vöcklamarkt, der durch den Voitsberger Abstieg die Regionalliga Mitte nach unten verlassen musste und so eine Kaskade an Abstiegen auslöste. Bemerkenswert fair kehrte der vorrangig betroffene ASK Voitsberg am Ende dessen verkorkster Saison nichtsdestotrotz ausschließlich vor der eigenen Tür. Mit einem 3:2-Sieg in der ersten ÖFB-Cup-Runde nahmen die Weststeirer noch im Sommer sportlich Revanche für die bittere Pille Anfang Juni, und das sogar gegen die Kampfmannschaft der Veilchen.

Bei unserer Austria setzt Sportdirektor Roland Kirchler im Heimspiel wieder auf eine mutige Spielweise. Vor den eigenen Fans sollen die Spieler wieder besser in Eins-gegen-Eins-Situationen kommen – angepeilt sind drei Punkte, wissend wo wir herkommen. Photo: GEPA pictures/ Mathias Mandl

Jungveilchen international: Auftakt ins internationale Abenteuer

Angekommen in „Liga Zwa“ sind die Wiener Mitaufsteiger jedenfalls bestens, nach dem ersten Meisterschaftsdrittel rangieren sie auf Platz sechs. Praktisch, dass ausgerechnet ein Goalgetter als erfahrene Stütze der jungen Mannschaft fungiert: Philipp Hosiner, den es zwischenzeitlich unter anderem zu Union Berlin, Dynamo Dresden und zum 1. FC Köln gezogen hat, blüht seit 2023 wieder als Veilchen auf, hat am Verteilerkreis inzwischen schon mehr Spiele für die zweite als seinerzeit für die erste Mannschaft bestritten.
Das 1:1 gegen Stripfing krankheitsbedingt versäumt, müssen wir uns darauf einstellen, dass der Eisenstädter fürs Spiel am Samstag wieder voll im Saft steht.

In der Vorsaison die 20-Tore-Marke geknackt, sehen Philipp Hosiner auch eine Liga höher viele nur von hinten: Zusammen mit Konstantin Aleksa hält der 36-jährige Burgenländer bei vier Saisontreffern und ist damit neuerlich Top-Torschütze bei den Young Violets. Photo: GEPA pictures/ Avni Retkoceri

Ob das für alle gilt, wird sich zeigen, waren doch einige Spieler erst am Mittwoch im Einsatz. Da durften die Jungveilchen nach zwölf Jahren mal wieder in der UEFA Youth League ran. Zum Auftakt empfing man Maccabi Haifa (1:1) in der eigenen Akademie. Young-Violets-Trainer Max Uhlig coachte die U-19-Auswahl, zusammengestellt als bunter Mix aus jungen Akademie-, Violets- und Profispielern des Klubs.

Verteilerkreisflavour nach Salzburgs Geschmack

Die Mannschaft unseres kommenden Gegners war deshalb die Woche über in mehrere Trainingsgruppen aufgeteilt. Für die gemeinsame Vorbereitung, Feinjustierung und Match-Ausrichtung haben die Wiener somit nur den Donnerstag und Freitag zur Verfügung. Allerdings stehen unter dem Dach des Bundesligisten auch gewisse Annehmlichkeiten parat: So wird die Truppe bereits am Vortag nach Salzburg anreisen, womit zumindest Reisestrapazen nicht zum Thema werden sollten.

Ob Denizcan Cosgun & Co. gegen die Wiener Austria wohl auch so sehr zu ringen haben wie gegen die Admira? „Wir wissen, dass die Young Violets vor allem mit Ball viel Qualität haben, technisch stark sind und schnell umschalten“, zollt unser Publikumsliebling dem Gegner Respekt. „Sie sind deshalb schwer auszurechnen, aber wir werden den Fokus auf uns legen, geschlossen auftreten und füreinander laufen“, beschwört unser mitreißender Dynamiker das Schärfen eigener Tugenden. Mit Ausnahme der Langzeitverletzten sind alle fit. Photo: GEPA pictures/ Philipp Brem

Ohnehin soll diesmal wieder allen voran der Heimvorteil zum Faktor werden, der im wiederaufflammenden violetten Duell alter Erzrivalen den Ausschlag für die Salzburger Austria geben möge. Auf dem Spielfeld wird vonnöten sein, dass sich nicht wie in der Südstadt unsererseits ein violetter „Verteilerkreis“ an Geschenkegebern offenbart, der einem gefährlichen Gegenüber das Toreschießen leicht macht.

Trainer Christian Schaider hat’s ja selbst gleich erkannt als er nach dem Admira-Match meinte: „So dürfen wir uns nicht oft präsentieren.“
Zeit, zu rehabilitieren – Solo la nostra Viola!

Text: Christoph Fazekas – ChrisTEXT.com | Bildpartner: GEPA pictures

Anstoß 14:30 Uhr // Ran an die letzten Karten!

Laola1 Logo

laola1.tv überträgt alle Spiele der ADMIRAL 2. Liga live im Stream.

FERNSEHTIPP & FERNSEHTURM

Vor 30 Jahren war ein Heimspiel von Austria Salzburg gegen die Wiener Austria das erste Bundesliga-Livespiel im ORF. Wie passend, dass der neue Fernsehturm im Max-Aicher-Stadion zu diesem Spiel sein Debüt gibt: Die Hauptkamera wandert auf die Gegenseite, wodurch ab sofort noch attraktivere TV-Bilder mit Blickrichtung auf die violetten Fanmassen zu erwarten sind.

Dazu noch ein Fernsehtipp für kommenden Montag, 27. Oktober: Um 20:15 Uhr kommt es auf ORF 1 zur TV-Premiere von „Rickerl – Musik is höchstens a Hobby“ mit Voodoo Jürgens in der Hauptrolle – Drehbuch und Regie, ihr wisst es: Adrian Goiginger, Edelfan und Vorstandsmitglied der Salzburger Austria.

Bild: filmladen

In der Verteidigung gesetzt >>

>> Dr. Christoph Rother LL. M. – Partner der Salzburger Austria.

Live vom Spieltag: Unser WhatsApp-Kanal tickert schnell und zuverlässig

Keine Gelegenheit, die Austria selbst vor Ort zu pushen? Dann pushen wir dich: Abonniere den WhatsApp-Kanal von Austria Salzburg, mit dem du am Spieltag nichts verpasst! Alle Tore, alle wichtigen Spielereignisse – sei informiert, bleib inspiriert, dann bist du fürs nächste Mal heiß, wieder selbst ins Stadion zu kommen!


Anfahrt

Am Spieltag steht euch das gewohnte Parkangebot zur Verfügung. Alle Infos haben wir hier zusammengefasst.

Wir empfehlen, die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen. Die Haltestelle liegt direkt am Stadion und so kann man sich ruhigen Gewissens die eine oder andere Erfrischung gönnen.

Jetzt teilen: