Eine Prise Bundesliga nur im Gästeblock: 0:3 in Grödig

Chancenlos wie beim letzten Auftritt in Grödig 2017, einem 0:5 kurz vor dem ersten sportlichen Abstieg nach Wiedergründung, war unsere Mannschaft diesmal nicht. Doch die Austria agierte vorne zu inkonsequent, hinten zu löchrig und überall zu unpräzise – so war den Hausherren der Weg geebnet, erneut einen klaren Sieg einzufahren.

Grödig bietet nicht nur ein für die Liga verhältnismäßig attraktives Stadion, sondern ist auch rar geblieben. Erst zum zweiten Mal nach unserer Wiedergründung ging’s am Samstag zu einem Pflichtspiel am blau-weißen Untersberg. Frech waren sie auch in diesem Jahrzehnt, die Haas-Boys, meinten doch glatt, uns den Rang ablaufen zu müssen als erste Kraft im authentischen Salzburger Fußball.

Genau diese Mischung macht den Reiz für dieses Duell wohl aus. Der Gästesektor war zum Bersten voll, stimmungsvoll sowieso und die vielen Trikots in den einzig wahren Farben demonstrierten einmal mehr, welcher Klub es exklusiv ist, der in Salzburg wirklich ein Leiberl hat. Obs nun insgesamt die offiziellen knapp 1.600 Zuseher waren sei dahingestellt, aber die Tausendermarke wurde mit Leichtigkeit geknackt an diesem Nachmittag.

Früh zeigte sich der feine Unterscheid

Der Knackpunkt im Spiel war, dass Grödig in der 19. Minute den Dosenöffner fand, und nicht zuvor unsere Mannschaft, die ihre größte Chance durch Hödl vergab. Dessen Ball verfehlte das Tor ganz knapp, nachdem zuvor einige entschlossen geführte Zweikämpfe diese große Möglichkeit eröffnet hatten. Grödigs Kadrija glänzte dann eben mit einem präzisen Schuss zur Führung ins linke untere Eck.

Diese Szenerie ist sogleich sinnbildlich für das ganze Spiel. Die nach Spielanteilen ebenbürtige Austria scheiterte oft an der Präzision, spätestens aber im Abschluss. Nach Seitenwechsel verringerte sich aber die violette Schlagzahl etwas. Die eine oder andere Aktion zum Haare raufen fand sich zwar noch, aber je länger Grödig das 1:0 hielt, umso bissiger gingen die Hausherren ihre Wege.

Austria sucht, Grödig „Findert“

Als Matthias Finder nach einem schnellen Abschlag des Grödig-Keepers auf und davon war und den Ball zum 2:0 ins lange Eck schob, war der Deckel drauf – zu groß war jetzt der Unterschied bei der Moral der Teams. Ein Patzer von Paulik ermöglichte Finder dann noch einen weiteren Treffer, erneut hatte der 26-jährige nur noch Keeper Schlosser vor sich, souverän netzte er zum 3:0-Endstand.

Mit diesem ernüchternden Ergebnis gegen Grödiger, die an einem guten Tag auf alle Fälle schlagbar gewesen wären, geht es in eine schwierige Woche. Jetzt warten nämlich die Spitzenteams der Liga: Zuerst kommen die stark gestarteten Seekirchener nach Maxglan, ehe das nächste Auswärtsspiel hoffentlich keines ist, wenn wir beim SAK die ganz eigenen Gesetze eines Derbys bemühen können.

Bis dahin müssen unsere Jungs zu ihrem System finden, ihre Rollen entschlossener bekleiden und dann ganz gewiss auch die sich bietenden Chancen besser nützen. Dafür kann vorab noch mit Pflichtspiel-Charakter geübt werden, am Dienstag beim SFV-Cup-Gastspiel in Tamsweg. Noch zu den anderen Spielen dieser sechsten Runde: 0:3 hieß es auch aus Sicht des SV Kuchl im Pinzgau, ebenso für das weiter punktelose Bischofshofen daheim gegen Anif. Gleich mit 0:5 kam St. Johann bei den von uns wachgeküssten Grünauern unter die Räder und im Spitzenspiel unterlag Seekirchen daheim dem SAK knapp mit 1:2.

Jetzt teilen: