Samstag im Nonntal: Stadtderby als Schlüsselspiel

Beim Derby geht’s am Samstagnachmittag um ganz viel Prestige – auch: Denn zum Frühjahrsstart schmolz heuer nicht nur der Schnee, sondern auch bereits einiges von unserem großen Vorsprung auf einen Nicht-Aufstiegsplatz. Mit einem Derbysieg können die Weichen endgültig richtig gelegt und viel Druck im Saisonfinish abgewendet werden.

Fein lebt es sich, südlich der Salzburger Altstadt: Kaffeeliebhaber können hier hauseigene Röstungen bei exquisitem Flair im Vintage-Style-Kaffeehaus genießen. Getrost wagt man sich an Salzburgs schärfsten Chili, das Feuer auf der Zunge kann danach mit der Sorte Zitrone in der veganen Eisdiele gelöscht werden. Leicht abseits der größten Touristenmassen erfreut sich das innere Nonntal an seinem ehrwürdigen Status Weltkulturerbe. Schauspielhaus, Künstlerhaus, Berchtold-Villa, die ARGE-Kultur und eine Reihe von Ateliers machen den Bezirk zu einem der bedeutendsten Kunst- und Kultur-Hotspots Salzburgs. Und wie sieht es da mit Fußballkultur aus? Mit dem SAK 1914 beheimatet das Nonntal Salzburgs ältesten Fußballklub – folgerichtig, aufs erste Hinsehen nicht schlecht.

G’scheit ist man auch, im gutbürgerlichen Nonntal – oder man wird es. Im Herbst 2011 eröffnete der Unipark, das größte und meistfrequentierte Gebäude der Salzburger Universität. Ganz unten eine riesige Bibliothek, ganz oben eine wunderschöne Dachterrasse mit herrlichem Ausblick – auch rüber zum benachbarten SAK, um gewiss immer wieder mal auf die wundersam erstarkten Blau-Gelben herabsehen zu können. Anders als beim Studieren kann ja beim Fußball völlig legitim mit Geld nachgeholfen werden, um schnell zum Titel zu kommen. Die Ambitionen bei den Nonntaler Kickern sind groß: „Keine Diskussion, für uns zählt nur der Meistertitel“, lässt sich Präsident Christian Schwaiger zitieren. Es wird sich zeigen, ob dieser Weg g’scheit ist, oder man an dessen Ende g’scheit wird.

Wie auch immer, für die Austria gilt es beim Derby am Samstag, jegliche Pläne des SAK über 90 Minuten oder mehr zu durchkreuzen. Allein schon fürs Prestige wäre ein Derbysieg diesmal besonders wichtig, hat man doch zuletzt bei blutleeren Auftritten einige der im Herbst erworbenen „Credits“ verspielt. Was unseren Trainer optimistisch macht: „Dass wir gegen den SAK nicht Favorit sind und auf eine Mannschaft stoßen, die auch etwas für das Spiel machen will und auch machen wird. Das war ja bis jetzt bei keinem Frühjahrsspiel der Fall“, so Christian Schaider im Nachsatz, wobei man sich Ähnliches freilich auch schon für das Spiel in Kuchl ausgerechnet hatte.

Ob man nun darauf hofft, den SAK so aktiv zu bekommen, wie man ihn gerne hätte, oder lieber darauf vertraut, dass mit Nico Mayer wieder die beseelte Kampfkraft schlechthin im Aufgebot steht: es gibt wahrlich mehr zu gewinnen als zu verlieren für die Austria, die ohne den erneut gesperrten Matthias Öttl als Außenseiter in dieses Stadtderby geht. Immerhin: Außer dem Kapitän fehlen diesmal „nur“ die Langzeitverletzten, denn beim Kartenspiel nach Johann Steger führt mehrfach Gelb nicht zwingend zu Ausschluss oder Sperre, manchmal auch einfach nur zu Verwirrung – was für Alexander Schwaighofer und Umberto Gruber bedeutet, dass sie beide zum Derby auflaufen können.

Hoffnung gibt zudem die Erkenntnis, dass auch der Gegner nicht unfehlbar ist. Trotz serienweiser Siege in den Testspielen, zum Auftakt gegen Bramberg erst in der zweiten Halbzeit erwacht, setzte es am vergangenen Wochenende gegen Kuchl auch für den SAK eine Niederlage – erst die zweite in der gesamten Saison, die erste daheim. Auf zwei Schlüsselspieler verzichtete SAK-Trainer Fötschl bei diesem Spiel freiwillig, ein Statement gerichtet an zwei der Ex-Violetten im Kader unseres Stadtrivalen, Christof Kopleder und Mersudin Jukic. Vor dem Spiel am Samstag erklärt man interne Ungereimtheiten bei den Athletikern aber für beendet, sei es nun echte Ruhe oder nur Derby-Amnestie.

Gemeinsam sind wir 2017 mit dem SAK aus der 3. Liga abgestiegen, gemeinsam – weil anders nicht mehr realistisch – wollen wir heuer wieder rauf. Zur Einstimmung aufs Derby treffen wir uns schon um 13:00 Uhr beim Volksgarten, von wo um halb drei der Marsch unserer Fangruppen starten wird. So sollten alle bereits vor Anpfiff um 16:00 Uhr daran erinnert sein, wer die klare Nummer eins der Stadt ist. Und für die 90 Minuten, die dann folgen, kommt uns in unserer aktuellen Situation eine der bekanntesten Fußballweisheiten sehr gelegen: „Ein Derby hat seine eigenen Gesetze.“

Noch ein paar Worte zum Spiel

  • Tickets gibt es vor Ort. Die Stadiontore und Kassen öffnen um 14:00 Uhr. Der Eintritt für Kinder unter 15 Jahren ist frei.
  • Beachtet bitte die Sektorentrennung. Der Eingang zum Gästesektor befindet sich links von der Haupttribüne.
  • Parkplätze sind vor Ort eher spärlich vorhanden, nutzt bitte die öffentlichen Verkehrsmittel.
  • Nach dem Spiel kann der Gästesektor auch über die Notausgänge verlassen werden.
  • Treffpunkt! Die Fanszene der Austria trifft sich ab 13:00 Uhr im Volksgarten von wo aus dann zum Spiel gegangen wird. Es ist ausdrücklich jeder Violette willkommen. Beachtet bitte den eingebetteten Post dazu weiter unten. Packt € 8,- für ein spezielles Teil ein dass einen einheitlichen Auftritt sicher stellt 😀
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