SVAS in Anif

Remis in Anif: Ausgeglichener Schlager im grünen Süden

Zu fast schon ungewöhnlich normaler Anstoßzeit begann in Anif am Samstagnachmittag ein Spiel, das genau zu jenem Fußball-Leckerbissen wurde, den sich einige davon erhofft oder erwartet hatten. Für beide Teams gab’s drei Treffer, drei Punkte hingegen stehen nicht mal zum Teilen zur Verfügung, so sieht’s ein Remis eben vor. Am Ende gibt es je einen hochverdienten Zähler für beide Mannschaften und einen klaren Sieger: den Fußball.

Das feine, ja teils noble Anif, gilt als eines der teureren Pflaster für alle, die in der Alpenrepublik sesshaft werden möchten. Dafür ist aber auch einiges geboten im schönen, grünen Süden Salzburgs: Eine Vielzahl an Arbeitsplätzen in der Nähe, Lebensqualität in einer grünen Lunge, ein spektakuläres Gebirgsmassiv vor der Haustür und vorteilhaftes Fußballschauen beim örtlichen USK.

Und siehe da, Anif überließ den zahlreich erschienenen Austria-Anhängern einen Teil der überdachten Tribüne – danke dafür. Weil es der Eintrittspreis von € 12,- schon in sich hatte, musste seitens der Gastgeber auch nichtmehr allzu viel dazuverdient werden: Jeder Euro Umsatz wohl eine Kür, den der Gastro-Stand diagonal gegenüber dennoch eingefahren hat.

Ein gewonnener oder doch zwei verlorene Zähler?

Wie fair dieses neue Kapitel mit dem USK Anif drumherum wird, muss sich also noch zeigen. Fürs erste gab’s Licht und Schatten, wobei die Zeichen durchaus auf Besserung stehen. Nur Licht, erst recht für den neutralen Beobachter, gab das Spiel selbst her. Bereits kurz nach 18 Uhr stand auf der Anzeigetafel geschrieben, was fast eine Dreiviertelstunde später als Endergebnis eingetragen werden sollte – 3:3, niemand konnte ahnen, dass die zwei frühen Tore nach Seitenwechsel die letzten in diesem weiterhin packenden Spiel gewesen sind.

Wir müssen unser weinendes Auge über den verpassten Sieg nicht leugnen, bevor es am Montag – wissend um eine Leistung, auf die wir aufbauen können – in die neue Woche geht. Unsere Jungs hatten in Laufe der zweiten Hälfte nicht nur mehr, sondern auch die besseren Chancen. Allen voran der energische Slalom des eingewechselten Omerovic durch die Anifer Abwehr wird Augenzeugen in Erinnerung bleiben. Überlegt und ballsicher verschaffte sich unser Klassemann tief in der Nachspielzeit im Strafraum Schussposition, mit größter Aufmerksamkeit und dem nötigen Glück konnte ein Anifer Verteidiger den sicher geglaubten Siegtreffer aber verhindern und den Ball in höchster Not mit dem Kopf von der Linie kratzen.

Schon zuvor setzten die Violetten viele Akzente, vor allem der trickreiche und antrittsstarke Schwaighofer setzte sich über links ein ums andere Mal durch und narrte seine Gegenspieler. Einer seiner Vorstöße war es auch, der per Foul gestoppt zum Elfmeter führte, den Nico Mayer zum 3:3-Ausgleich verwerten konnte. Seltener aber doch war Anif einem vierten Treffer nahe. Obwohl nun wirklich kein Ausflugswetter herrschte an diesem Samstag, machte sich Keeper Schlosser auf zu einem waghalsigen Eingriff fern seines Kastens, der beinahe ins Auge gegangen wäre: Anifs Zia bekam zwar den Ball und ein schlecht bewachtes Tor vor die Beine, doch letztlich ging ihm beim Abschluss gottlob der Winkel aus.

Ein Top-Spiel mit allen Wendungen

Die Hausherren ihrerseits machten den stärksten Eindruck gleich zu Beginn des Spiels. Eine erste Unaufmerksamkeit unserer Hintermannschaft bestrafte Dicker prompt mit dem 1:0 (2.). Den Anifern, rund um Kapitän und Antreiber René Zia, war ihr Hunger nach dem ersten Sieg von Beginn weg anzusehen. Beeindruckend unbeeindruckt zeigte sich derweil unsere Mannschaft, der schnelle Ausgleich durch Marco Hödl nach Idealvorlage von Schwaighofer kam für viele durchaus überraschend (7.).

Damit war die Austria aber im Spiel und zehn Minuten später wurde nachgelegt: Einen Freistoß verlängerte Verteidiger Theiner per Kopf an die Stange, der Ball kam in der Folge aber zu Ex-Anifer Marinko Sorda, der aus der zweiten Reihe draufhielt und durch alle Beine zur Salzburger Führung traf. Wiederum nur gut zehn Minuten später waren wir die Führung aber wieder los. Nach starkem Antritt kam der Ball schnell in die Mitte unseres Strafraums, ehe ihn Umberto Gruber – vom starken Maximilian Dicker unter Druck gesetzt – unglücklich ins eigene Tor beförderte.

Auf eine ausgeglichene erste, folgte wie beschrieben eine zweite Hälfte mit je einem weiteren schnellen Treffer für beide Teams und zusehends leichten Vorteilen für die Austria. Doch auch Anif blieb bis zum Ende brandgefährlich und so ist das Remis am Ende bestimmt ein gerechtes Ergebnis. Je fünf gelbe Karten auf beiden Seiten zeugen von einem intensiv geführten, aber nie unfairen Spiel. 800 Zuschauer bekamen ein durchgehend spannendes und teils hochklassiges Regionalliga-Match geboten, welches Lust auf mehr macht in diesem interessanten Teilnehmerfeld.

Mit vielen Toren ging die Liga am 2. Spieltag auch auf den anderen Plätzen weiter, hier die weiteren Ergebnisse:

  • Saalfelden – St. Johann 1:1
  • Kuchl – SAK 3:5
  • Bischofshofen – Seekirchen 0:3
  • Wals-Grünau – Grödig 2:3
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