Zumindest vor den anstehenden Partien gegen Bregenz und Wels müssen wir die Ohren noch steifhalten wie der Osterhase selbst an diesem langen Wochenende. Doch die Mission Klassenerhalt biegt in die Zielkurve, Erlösung ist in Sicht: Mit einem Sieg am Karfreitag würde unser Vorsprung auf die Vorarlberger so stark anwachsen, dass in Herthas Nest ein Matchball für uns versteckt wird.
Die Magnolienblüte verzaubert den Makartplatz, Tulpen und Stiefmütterchen bringen farbenfrohe Blumenpracht in den Mirabellgarten und neben dem Rollfeld sprießt die Lust auf eine weitere Zweitligasaison, die unsere Austria noch prächtiger gedeihen lässt.
Der Frühling fühlt sich zauberhaft an in unserer Stadt, wenn fleißige Boten ihre Farben so lieblich und markant erstrahlen lassen: Lila Leberblümchen am Kapuzinerberg, purpurne Krokusse im Hellbrunner Park und die kultig-knospige Kurve im „Prachthof Maxglan“ – violett und weiß regiert, und wir sind bereit für unsere nächste Bundesliga-Blütezeit!
Grantiger Graphianer
Wem das schon wieder zu bunt wird, Kontrast gefällig? Schwarz-Weiß gastiert am Karfreitag, und von blühenden Bregenzern kann auch im Frühjahr keine Rede sein: Ein Punkt aus vier Spielen, das ist nicht die Ausbeute, mit der Hoffnung zu schöpfen ist für die seit Monaten mit dem Rücken zur Wand stehenden Vorarlberger.

Und der Trainer ist scheinbar auch keine Bank als Mutmacher: „Hab’ ich vor kurzem erzählt, dass die erste gegen den FAC die schlechteste Halbzeit war – jetzt haben wir die nächste schlechte, oder noch schlechtere gesehen“, haderte Andreas Heraf über den Auftritt seiner Mannschaft gegen Aufstiegsanwärter Admira. Und weiter: „Von der Körpersprache und von der Aggressivität war das viel zu wenig – wenn wir so spielen, werden wir nicht mehr viele Punkte machen“. Fazit: „So spielt ein Absteiger.“

Heraf gibt den nüchternen Realisten bei den Bregenzern, die er 2023 selbst in die zweite Liga geführt hat. Auch nach einem Intermezzo bei Ländle-Rivale Lustenau, ist er nun in zweiter Amtszeit bei den Sorgenkindern vom Bodensee tätig, ausgestattet mit einem Vertrag, der ihm fast noch bis zu seinem 60er den Kühlschrank füllen wird – bis Sommer 2027.

Als Spieler Fuß gefasst bei Graphia Wien, gestaltete der Mittelfeldmann vorwiegend in Grün seine großartige Karriere. Mit Rapid stand Heraf im Europacupfinale, verlor das Endspiel des Cups der Cupsieger gegen Paris Saint-Germain mit 0:1 – zum 30. Mal jährt sich der Abend von Brüssel heuer.
Klein, kompromisslos, stets mit bissigem „Staubsauger-Spielstil“ – Marke „Aggressive Leader“ wäre neudeutsch einzuordnen – schaffte es der gebürtige Wiener in den Neunzigern auch ins A-Nationalteam, wo er elf Einsätze und ein Tor in Budapest zubuche stehen hat.


Links eine KI-Rekonstruktion jenes Wappens, das Andreas Heraf zuallererst auf seiner Brust getragen hat; rechts Heraf im Teamdress beim Spiel gegen Ungarn, wo er einen Treffer beisteuern konnte. (Photo: GEPA pictures/ Hans Punz)
Was viele nicht wissen: Im Sommer 1991 hat es die einstige Hairstyle-Ikone für ein halbes Jahr nach Salzburg verschlagen. Wie im Team für Österreich, brachte es Heraf auch bei unserer Austria auf elf Einsätze, traf vier Mal, konnte sich aber nie richtig anfreunden und zog weiter nach Steyr.


Mit Rapid am Höhepunkt seiner Spielerkarriere, dürfte es Andreas Heraf einst in Salzburg nicht ganz so sehr geschmeckt haben. Photos: GEPA pictures/ Hans Punz
Mediation und Meditation
Wir ziehen zum Ende des langen Osterwochenendes nach Wels weiter. Auf der Sportanlage Wimpassing bekommen wir’s mit der Hertha zu tun, die – ganz anders als die Bregenzer – aus einer formstarken Phase kommen. Von den ersten fünf Spielen im neuen Kalenderjahr ging nur eines knapp verloren, zu Gast beim „Konzern“ sorgte zuletzt die Torfabrik der Welser für Furore – fünf Tore und ein klarer Sieg in Kleßheim (5:2 nach 0:2-Rückstand) untermauern den Aufwärtstrend, der die Herthaner inzwischen in die Top-10 der Tabelle katapultiert hat.

Unterdessen stehen die Zeichen bei den Oberösterreichern auch abseits des Platzes auf Entspannung. Im anhängigen, vorerst ruhend gestellten Klagsverfahren mit dem Hauptsponsor einigten sich im März beide Seiten auf eine Mediation. Ziel ist es, für den Streitwert von 160.000 Euro eine außergerichtliche Lösung zu erwirken.
Ob diverse Störgeräusche einer friktionsfreien Zulassungserteilung etwas anhaben, wird sich bereits nächsten Freitag zeigen – dann veröffentlicht der Lizenz-Senat der Bundesliga die erstinstanzlichen Entscheidungen für alle Vereine.

Gekreuzigt, die Sorgen bald begraben?
Ja, und für den Fall gravierender Ungereimtheiten dort, freuen die sich halt da – insofern müssten die Bregenzer vielleicht auch mit einer Niederlage im Gepäck ihre Heimreise nicht gänzlich ohne Hoffnung antreten. Wie auch immer die Entscheidungen ausfallen werden – zu hoffen bleibt, dass sich diese ultimativen Showdowns im nächsten Frühling wieder auf dem grünen Rasen abspielen werden, und nicht auf dem grünen Tisch oder gar in Gerichtssälen.
Bei uns könnte statt Mediation bald sogar Meditation erlaubt sein, im Best-Case-Szenario ausgerechnet nach dem Wels-Auswärtsspiel. Ein bisschen durchzuatmen täte ja wahrlich gut nach so vielen Monaten der Anspannung – also wär’s denn schlimm, wenn’s erst ab Ende Juli wieder entscheidend prickelt?
- Sportdirektor Roland Kirchler hat schon anklingen lassen, welche Vorzüge drei Monate anstatt nur drei Wochen Planungszeit für einen konkurrenzfähigen Kader haben.
- In den schwierigen Heimspielen gegen die Titelanwärter Admira und Lustenau ließe sich befreit aufspielen – gute Voraussetzungen für weitere Überraschungen, und alles andere als Spiele um die Goldene Ananas, geht’s doch fürs Gegenüber noch um alles.
- Nicht zuletzt in St. Pölten konnte man eine Ahnung davon bekommen, welch Hochkaräter unsere Truppe schon jetzt im Talon hat. Einsatzzeit in Ligaspielen kann kein Testgalopp simulieren – die Gelegenheit, geduldige Reservisten noch vor dem Sommer in puncto Spielpraxis an den Stamm heranzuführen.

Dieses violette Vorteilspackage ließe sich wohl noch um einige Punkte ergänzen – wichtig für den Moment ist freilich einzig, dass wir es in den anstehenden beiden Partien auch freigelegt bekommen.
Und für die letzte Motivation dazu aus Fan-Sicht: In Wels ließe sich schon ganz würdig auf Gelungenes anstoßen …
Römische Mosaike – rekordträchtige Messe
Oberösterreichs vermeintlich ewige Nummer zwei mit seiner großen römischen Vergangenheit ist auch als Reiseziel hochinteressant. Als Siedlung „Ovilava“ zur Stadt erhoben, war Wels eine der wichtigsten Metropolen der Provinz Noricum. Schätze aus dieser Zeit beherbergt die kaiserliche Burg im Südosten des Stadtzentrums, wo 1519 Kaiser Maximilian verstarb. Nachlässe aus der folgenden Reformationszeit gibt’s ebenso zu bestaunen, auch in Form des denkmalgeschützten Wasserturms am Zwinger aus dem späten 16. Jahrhundert, zu finden an der Außenseite der südlichen Stadtmauer.
Mitten im Zentrum und direkt an der Traun tankt die Messestadt seit 1878 ihr Flair und versprüht es weiter. Einen Steinwurf entfernt vom langgezogenen Stadtplatz und dessen Wahrzeichen, dem Ledererturm, prägen die Ausstellungen den Alltag der seit mehr als einem Jahrzehnt blau regierten Kommune.

Hallenzauber bringt Hochkonjunktur – aber immer schön bodenständig
Mit der Ende Februar eröffneten Halle 22 ist das Messeareal um weitere 9.200 Quadratmeter gewachsen. 30 Millionen Euro wurden dafür in die Hand genommen, ambitionierte Amortisation ist angepeilt: Gleich heuer soll die Investition mit einem Rekordjahr zurückzahlen.
Zweimal im Jahr steigen am Messegelände riesige Volksfeste. Erst vergangene Woche stand Wels beim Frühlingsfest ganz im Zeichen von Fahrgeschäften und Bierzeltkultur: Nacht der Tracht, Kindernachmittag und die „Halbe“ zusammen mit einem halben Grillhenderl weit günstiger als eine simple Wiesn-Mass – so zünftig geht’s dort zu.
Vom „Welser Wurstelprater“ nach Wimpassing
Und sportlich? 130.000 Quadratmeter „Ausstellungsfläche“ bietet die Sportanlage Wimpassing im Welser Westen. Fischteich, BMX-Bahn, Spielbereiche für Kids und Kleinkinder – freizeittechnisch spielt das Areal alle Stückeln.
Mit weit weniger Raum werden wir in der Huber-Arena klarkommen müssen, dem 2016 errichteten Ballsportzentrum der Anlage. In der Heimat der Hertha gelten im Übrigen auch Baseballschläger als übliches Utensil – die Jumpin’ Chickens frönen schon seit 35 Jahren dem US-Sport, das Einser-Herrenteam pitcht seit 2017 offiziell als „Centurions Wels“ am Chickensfield.

Never Changed Passion for Glory!
Doch damit schnell zurück zu unserer Disziplin. Vergangenes Ostern waren wir Innsbruck-Reichenau – 0:0, frei von Euphorie, aber ein goldwerter Punkt für die Endabrechnung. Diesmal könnten die Korken an Ort und Stelle knallen: Am Freitag mit Maxglaner Nestwärme, und dann auswärts mit gehörig Restwärme der vielen Sympathien, die uns traditionell auch im oberösterreichischen Raum entgegenfliegen – erledigen wir den Rest, machen wir Ostern zum Fest und deklarieren wir uns als bockige „Bundesliga-Bunnys“, die sich vor keinem mehr verstecken müssen!






Sebastian und Jonas, die für die Zukunft der Truppe stehen, die leidenschaftlichen Lugsteins, Vater und Sohn, oder unsere Fanforumslegenden „Etti Violetti“ und „Spike“, die unsere Austria zu einer Freundschaft fürs Leben zusammengeführt hat: Allein die organisierte Oberösterreich-Sektion umfasst an die 30 Violette, quer verteilt durch ganz OÖ – von Schwertberg im Osten über das Mühlviertel und den Zentralraum Linz bis Marchtrenk und ins Salzkammergut. In der Gruppe herrscht reger Austausch, zu allen Spielen werden Fahrgemeinschaften gebildet, Pub-Besuch vorab inklusive. Geplant ist ein monatlicher Stammtisch – die Gelegenheit, um noch mehr Austrianer aus den vielen losen Freundeskreisen im Nachbarbundesland in der gesellig-organisierten Runde zu vereinen.
Der Handelsverband rechnet vor: Nirgendwo sonst wird so viel für Ostern (aus)gegeben wie in Salzburg. Investieren auch wir alles fürs Saisonziel, bieten wir körbeweise Eier auf und vollenden wir am Osterwochenende unsere ganz eigene Passionsgeschichte – Klassenerhalt klarmachen!
Text: Christoph Fazekas – ChrisTEXT.com | Bildpartner: GEPA pictures
Anstoß Freitag 18:00 Uhr // Montag 14:00 Uhr
Karten SVAS – Bregenz // Karten Wels – SVAS

Laola1 überträgt alle Spiele live im Stream!
Live vom Spieltag: Unser WhatsApp-Kanal tickert schnell und zuverlässig
Keine Gelegenheit, die Austria selbst vor Ort zu pushen? Dann pushen wir dich: Abonniere den WhatsApp-Kanal von Austria Salzburg, mit dem du am Spieltag nichts verpasst! Alle Tore, alle wichtigen Spielereignisse – sei informiert, bleib inspiriert, dann bist du fürs nächste Mal heiß, wieder selbst ins Stadion zu kommen!

ANREISE & ORGANISATORISCHES
FR, Max Aicher Stadion
Am Spieltag steht euch das gewohnte Parkangebot zur Verfügung. Alle Infos haben wir hier zusammengefasst.
Wir empfehlen, die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen. Die Haltestelle liegt direkt am Stadion und so kann man sich ruhigen Gewissens die eine oder andere Erfrischung gönnen.
MO, Huber Arena
Primelstraße 30, 4600 Wels
Parkplätze sind direkt bei der Huber Arena vorhanden, aber in begrenzter Anzahl. Eine Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist empfehlenswert.
Für alle Zugfahrer gibt’s einen kostenlosen Shuttle zwischen Wels Hbf und Stadion >>
Shuttle-Bus am Ostermontag in Wels
Hinfahrt: 12:30 & 13:00
Rückfahrt: 16:20 & 16:45
Einstieg beim Bahnhof
Ausstieg nahe Stadion / Gästesektor
Die Ausstiegsstelle ist zugleich die Einstiegsstelle für die Rückfahrt
Ein großes Dankeschön an den FC Hertha Wels für dieses großartige Service!
Die aufgelegten Gästetickets sind limitiert – keine Garantie für Karten an der Tageskassa! Wir empfehlen daher einen frühzeitigen Online-Kauf.
Preise für den Gästesektor: Vollpreis: EUR 12,– // Ermäßigt: EUR 10,– // Kind: EUR 5,–











