2016-2018: Rückkehr in den Profifußball, Insolvenz und Sanierung

2015/16

Es ist vollbracht! Die Austria ist im Profifußball zurück. Die Gegner heißen fortan Linzer ASK und Wacker Innsbruck statt FC Dornbirn und FC Kitzbühel. Namhafte Neuverpflichtungen wie Somen Tchoyi, Haris Bukva oder Leonhard Kaufmann sollen zum Klassenerhalt und zur Etablierung in der zweiten Liga beitragen, in Maxglan wird eifrig an der Tauglichmachung des Stadions gearbeitet, die ersten Heimspiele müssen allerdings in einem Ausweichquartier in Schwanenstadt absolviert werden. Die violette Welt scheint perfekt zu sein, doch hinter den Kulissen braut sich Unheil zusammen. Die Behörden in Schwanenstadt und Maxglan entziehen der Austria – ohne dass es überhaupt zu irgendwelchen Vorkommnissen gekommen wäre – die Spielberechtigung für Risikospiele. Die Heimspiele gegen den LASK bzw. Wacker Innsbruck müssen in den weit entfernten Ausweichquartieren in St. Pölten bzw. am FAC-Platz in Wien Floridsdorf absolviert werden, teuren Platzmieten und hohen Sicherheitskosten stehen fehlende Gastroeinnahmen gegenüber. Da die Austria zudem nicht durchgehend über eine zugelassene Spielstätte verfügt, werden sogar strafweise 6 Punkte von der Bundesliga abgezogen. Der krankheitsbedingte Rückzug von Walter Windischbauer als Austria-Obmann komplettiert das plötzliche Chaos.

Mitten unter der Saison kommt es dann zum Supergau. Das ohnehin äußerst knapp und optimistisch bemessene Budget wird durch zahlreiche unerwartete Baukosten – immer neue Auflagen und Wünsche von Seiten der Bundesliga und der Behörden verteuern den Bau drastisch – gesprengt. In einer eigens einberufenen Mitglieder-Informationsveranstaltung wird das Ausmaß der Außenstände bekannt gemacht, ein Insolvenzverfahren wird unumgänglich als einzig mögliche Option zur Fortführung des Spielbetriebs. Gemäß der Richtlinien der Bundesliga wird die Austria schließlich mit dem Zwangsabstieg bestraft.

Auch der sportliche Leiter Gerhard Stöger und Trainer Jørn Andersen ziehen sich zurück. Deren Agenden werden schließlich von Gerald Baumgartner in Personalunion übernommen und das Frühjahr – den anderen Liga-Teams fair gegenüber – nur mit einem leicht reduzierten Kader ohne die Stars Bukva und Tchoyi zu Ende gespielt.

2016/17

Die Folgesaison in der Regionalliga West entwickelt sich zur schwierigsten seit Wiedergründung: Nahezu der komplette Kader und die sportliche Leitung muss ausgetauscht werden, die Reste des Vorstands arbeiten unermüdlich an der Fortführung des Spielbetriebes und an der Rückzahlung der noch offenen Quoten aus dem Sanierungsverfahren. Sportlich folgt einem akzeptablen ersten Drittel eine ab Oktober dauernde sieglose Serie. Ab der 13. Runde kann die Austria kein einziges Spiel mehr gewinnen und wird von Runde zu Runde nach hinten durchgereicht, ehe man sich am Saisonende nur mit einem Punkt vor dem Letztplatzierten auf einem Abstiegsplatz wiederfindet. Doch nicht nur sportlich gibt es Negativschlagzeilen, praktisch jede Woche erschüttert ein weiteres finanzielles Detail die Anhängerschaft in ihrer Basis. Jene Anhängerschaft ist es aber auch, welche sich erneut opfert und mit finanziellen Mitteln aus eigener Tasche abermals zum Retter der Austria wird.

2017/18

Angekommen in der vierten Liga läuft im Hintergrund die Sanierung des Vereins unter Aufarbeitung der Vergangenheit weiter, sportlich kann die Talfahrt vorerst gestoppt werden. Das Ansetzen des Rotstiftes in nahezu allen Bereichen lässt die sportlichen Mittel recht begrenzt, der Kader besteht aus einer Rumpftruppe aus den violett-weißen Routiniers Ernst Öbster, Stefan Ebner und dem Brüderpaar Patrick und Niko Mayer; sowie zahlreichen aufgerückten Nachwuchsspielern, die in Fußstapfen treten müssen, die noch ein bis zwei Nummern zu groß sind. Die erste Saison im eigenen Bundesland wird schließlich in der Tabellenmitte auf Platz Sieben beendet. Zwar kann der kommende Meister SK Bischofshofen in beiden Duellen bezwungen werden, dafür setzt es gegen die Nachzügler viele Punkteverluste.

Mit Claus Salzmann wird schließlich ein neuer Obmann gefunden, der das Austria-Schiff wieder geordnet in Richtung Zukunft steuern soll. Mit der Firma „Layenberger“ kann in Deutschland ein neuer Sponsor angeworben werden.

Auf die finanzielle Konsolidierung soll nun auch eine sportliche folgen: Schon im Winter wird mit Christian Schaider ein im violetten Lager gut bekannter Mann als neuer sportlicher Leiter und Trainer installiert. Dieser soll für die kommende Saison ein neues, hungriges Team zusammenstellen, das einen Wiederaufstieg in die dritte Leistungsklasse möglich machen kann.

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