7:0 gegen B’hofen: Mit Befreiungsschlag in den Oktober

Am Samstag hatte die Austria Nachzügler Bischofshofen zu Gast in Maxglan. Früh war klar, dass die Punkte in Salzburg bleiben würden. Nach einem notgedrungenen Wechsel wurde aus einer Partie mit solider Überlegenheit ein wahres Schützenfest.

Anfang Oktober ist es schon wieder und da stellt sich langsam die Frage, wer denn wohl zuerst rauskommen würde: Die Salzburger Austria aus ihrer sportlichen Krise, oder doch Großbritannien aus der Europäischen Union. Für Ersteres sprechen die jüngsten Entwicklungen, wie sie sich am Samstag zugetragen haben:

Wir wollten, wir konnten – früh gab’s klare Fronten

Das muss Boris Johnson nämlich erst noch hinbekommen, einen so geradlinigen Ausweg aus dem Schlammassel zu finden, wie es unsere Mannschaft am Samstag geschafft hat. Bei typisch englischen Bedingungen hatten die violett-weißen „Hardliner“ von Beginn weg keine Zeit zu verlieren. Gefährliche Ansätze waren schon in den ersten Sekunden des Spiels zu erkennen. Die Austria legte los wie die Feuerwehr bei ihrem Tag der offenen Tür nebenan und bereits in Minute drei klingelte es zum ersten Mal im Kasten der Pongauer: Nachdem bei einem Eckball die Zuordnung nicht stimmte, hatte ausgerechnet Kopfballungeheuer Hannes Endletzberger keinen Bewacher. Ebenfalls per Kopf – diesmal aus dem Spiel heraus – erhöhte Lazarevic in der 12. Minute auf 2:0. Gegenspieler waren hierbei zwar zur Stelle, die Hintermannschaft der Gäste agierte aber derart körperlos, dass dies nahezu egal war. Ebenso nur vier Minuten später, als Hödl perfekt in den Lauf gespielt wurde – unser Stürmer schob den Ball ganz abgebrüht zum 3:0 am Keeper vorbei.

Kein Exit vom „Krexit“

In der Folge plätscherte die so gut wie entschiedene Partie etwas vor sich hin. Früh in der 2. Halbzeit musste Matthias Öttl verletzt raus, für ihn kam Purkrabek. Und eben unser Blondschopf mutierte zum entschlossenen „Austrittsmacher“: Unsere Nummer 7 stellte nach seiner Einwechslung sofort klar, dass der „Deal“ zum Verlassen der Krise bestimmt nicht mehr aufgeschnürt wird. Eine Maßflanke köpfelte er zum 4:0 ein (55.), und plötzlich war die Lust aufs muntere Toreschießen wieder entflammt. Nur zwei Minuten später war Purkrabeks Doppelpack geschnürt, als er eine Ecke per Kopf in die Maschen verlängerte. Fünf violette Treffer bis hierher, davon vier Kopfballtore – Chapeau!

Und die Austria, vor allem in Persona Lucas Purkrabek, hatte noch nicht genug: Vor seinem Hattrick stehend, konnte der 23-Jährige mit all seiner Dynamik nur per Foul gestoppt werden – den fälligen Elfmeter verwandelte Hödl. Den 7:0-Endstand fixierte in der 85. Minute der eingewechselte Lukas Paulik – sehr zur Freude seines Opas, der von den VIP-Rängen aus zusah, wie sein Enkerl sich aus dem Formtief ballerte und mit der ganzen Mannschaft einen großen Schritt raus aus der Krise machte.

Die 13. Runde auf den anderen Plätzen

Dieses Ergebnis sucht jetzt freilich seine Bestätigung beim nächsten Spiel in Grünau, mit unserem „Krexit“ schaut’s aber gut aus. Wild entschlossen, aber doch mit ganz viel Köpfchen – so macht man das also. Sieben Tore, und damit um keines weniger als der vermeintliche Über-Drüber-SAK vor einer Woche, konnten dem Schlusslicht eingeschenkt werden – das gibt Hoffnung. Der SAK besiegte auch an diesem Wochenende unseren kommenden Gegner, nach dem 4:2 gegen Wals-Grünau fehlt den Nonntalern zum Fixieren der Top-2-Platzierung nur noch ein Sieg. Überhaupt zeichnen sich in diesen Wochen klare Muster an der Spitze, Saalfelden untermauerte die eigenen Ansprüche beim 5:1-Auswärtssieg in Anif. Seekirchen und Grödig trennten sich 2:2, und ein Remis gab’s auch im Pongau, beim 1:1 St. Johanns gegen Kuchl.



Regionalliga Salzburg, 13. Runde, 05.10.2019
SV Austria Salzburg – SK Bischofshofen 7-0 (3-0)

Austria Salzburg spielte mit:
Schlosser; Endletzberger, Keil, Öttl (52. Purkrabek); Sandmayr, Marasek, Sorda, Mayer (60. Paulik), Gruber (70. M. Ergüden); Hödl, Lazarevic

Tore:
1-0: Endletzberger (3.) (Assist: Hödl, Eckball)
2-0: Lazarevic (12.) (Assist: Sandmayr)
3-0: Hödl (16.) (Assist: Mayer)
4-0: Purkrabek (55.) (Assist: Sandmayr)
5-0: Purkrabek (57.) (Assist: Mayer, Eckball)
6-0: Hödl (62., Elfmeter) (Assist: Purkrabek)
7-0: Paulik (85.)

Schüsse gesamt: Austria 16 / Bischofshofen 5
Schüsse aufs Tor: Austria 10 / Bischofshofen 2
Schüsse abgeblockt: Austria 1 / Bischofshofen 0
Ecken: Austria 11 / Bischofshofen 0
Fouls: Austria 7 / Bischofshofen 10
Abseits: Austria 4 / Bischofshofen 1

Gelbe Karten:
Austria: 0
Bischofshofen: 1 (Breuer, 33./Unsportlichkeit)

Salzburg-Maxglan, Max-Aicher-Stadion, 850 Zuschauer
SR: Ramiz Begovic; Assistenten: Reda Mohamed, Adnan Sezer

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