Mit viel Mühe zum nächsten Heimsieg – 1:0 gegen Kuchl

Nach einem Punkt für drei Tore gab’s diesmal drei Punkte für ein Tor – klingt im Nachgang ja genial, doch es ist nichts weiter als das Resultat von äußerst schwergängigen 90 Minuten. An deren Ende können wir darüber diskutieren, ob es sich eher um einen Arbeits- oder einen Zittersieg handelt.

Es war ja keine Prognose, sondern einfach nur ein denkbares Szenario, welches im Vorbericht angeschnitten wurde, wonach die Heimaufgabe Kuchl diesmal eine deutlich kniffligere werden könnte als im Vorjahr – aber genau das trat am Samstagvorabend ein. Und das trotz des frühen Führungstores unserer Mannschaft.

Das Spiel mit der Führung

Da tänzelte Marinko Sorda in der 6. Minute ballsicher, aber ohne den ganz konkreten Plan an der Strafraumecke herum und flankte nach schneller Drehung in Richtung langes Eck – Marco Hödl stieg zum Kopfball in die Luft, den er kaum erreichte, aber doch entscheidend ins Eck verlängerte und sich damit auch offiziell zum Torschützen krönte. Entscheidend wäre Hödls Präsenz freilich auch ohne Ballberührung gewesen, zwang er doch Kuchl-Schlussmann Tommy Plainer dazu, lange in der Tormitte stehen zu bleiben.

In der Folge verflachte das Spiel der Austria, der Vorwärtsgang war diesmal schwierig einzulegen und phasenweise machte es den Eindruck, die Austria wolle die Vorzüge der Führung auch taktisch ausspielen. Es sollte sich aber noch als sehr riskant erweisen, diese Möglichkeiten auszutesten.

Gegnerstudium und toller Matchplan

Die Kuchler, so war nach dem Spiel zu erfahren, haben sich sehr ausführlich auf dieses Spiel vorbereitet, haben die Austria beobachtet und auch nicht die Mühe eines Videostudiums gescheut. Wie gut eingestellt die Truppe von Mario Helmlinger in Maxglan auftrat, zeigte sich allen voran an den Flanken. Wo Schwaighofer & Co. vor einer Woche den Anifern um die Ohren gelaufen sind, war diesmal Flaute. Ein simples Überlaufen war mit den Kuchlern nicht zu machen, dazu waren die Gäste äußerst aufmerksam und setzten auch dem Passspiel der Austria vieles entgegen.

Last but not least kamen die Gäste bei ihrer sehr kompletten Vorstellung auch gefährlich in den Angriff. Sie hatten im Verlauf der ersten Halbzeit die besseren Chancen, vergaben zwei schön herausgespielte „Sitzer“. Ein zu gewagt herausgespielter Ball von Schlosser hätte kurz vor der Pause beinahe doch den Ausgleich beschert, doch unser Schlussmann konnte die Szene sehenswert bereinigen.

Zittern in numerischer Überlegenheit

Auch in der zweiten Halbzeit sollten die Violetten diesmal nicht zu dem Offensivspiel finden, wie sie es in den ersten beiden Runden gezeigt haben. Immerhin: Kuchl war jetzt mit dem Eindämmen der Bemühungen unserer Mannschaft ausgelastet, einer brandgefährlichen Szene zu Beginn des zweiten Durchgangs folgte längere Zeit nicht mehr viel. Marinko Sorda hat erkannt, dass es spielerisch gerade hapert – sein Gewaltschuss verfehlte nur knapp das Kreuzeck.

Statt mit Traumtor und komfortabler Führung ging es so mit zittrigen Gliedern in die Schlussphase. Daran änderte auch die glattrote Karte für Forsthuber zehn Minuten vor dem Ende nichts, die Austria-Leihgabe im Dress der Kuchler musste vorzeitig unter die Dusche, nachdem ihm bei einem Zwist mit Sorda die Sicherungen durchgebrannt waren.

Einige Kontergelegenheiten scheiterten ebenfalls bereits im Ansatz, weil die Präzision im Passspiel diesmal fehlte und so musste tatsächlich bis zuletzt um den Dreier gezittert werden. Einige Ecken, ganz zum Schluss mit dem mitgelaufenen Kuchler Torhüter im eigenen Strafraum, überstand unsere Mannschaft aber unbeschadet und irgendwann war es dann auch geschafft:

Die Austria bleibt im sechsten von sieben Pflichtspielen gegen den SV Kuchl seit Wiedergründung ohne Gegentreffer und darf damit den zweiten Saisonsieg und drei ganz wichtige Punkte zu Beginn dieser englischen Woche feiern. Die Tennengauer ernten erneut viel Applaus für eine überzeugende Vorstellung, bleiben aber vorerst weiter punktelos.

Diese torarme Partie tanzt in einer insgesamt erneut sehr trefferreichen dritten Regionalliga-Runde aus der Reihe. Am ärgsten erwischt hat es am Freitagabend das Gehäuse unseres kommenden Gegners Bischofshofen: Gleich achtmal ließ es der SAK dort einschlagen, mit Johann Davare musste daraufhin der erste Trainer früh seinen Sessel räumen.

Hier die weiteren Ergebnisse dieses 3. Spieltags:

  • SAK – Bischofshofen 8:0
  • Seekirchen – Wals-Grünau 3:2
  • St. Johann – Anif 2:4
  • Grödig – Saalfelden 1:1

RL Salzburg, 10.08.2019, 18h00

SV Austria Salzburg – SV Kuchl 1-0 (1-0)
Austria Salzburg spielte mit:

Schlosser; Theiner, Gruber, Keil; Öttl, Paulik (62. Omerovic); Schwaighofer (46. Endletzberger), Sorda, Mayer, Purkrabek; Hödl (80., M. Ergüden)

Tore:
1-0: Hödl (6.) (Assist: Sorda)

Schüsse gesamt: Austria 7 / Kuchl 10
Schüsse aufs Tor: 4 / 4
Schüsse abgeblockt: 0 / 0
Schüsse Stange/Latte: 0 / 0
Ecken: 1 / 7
Fouls: 16 / 20
Abseits: 2 / 2

Gelbe Karten:
Austria Hödl (48., Foul), Purkrabek (64., Foul), Mayer (75., Foul)
Kuchl Milic (31., Foul)

Rote Karte:
Kuchl Forsthuber (82., Tätlichkeit)

Salzburg-Maxglan, Max Aicher Stadion
SR Eder; Sen, Rekik
1.000 Zuschauer


Jetzt teilen: