Auftakt am Samstag: Frohen Mutes auf ins Ungewisse

Die Trainer haben ihre Ansicht wohl exklusiv, die Sommerpause sei recht kurz gewesen. Nach dem Wiederaufstieg in die – nun reformierte – Regionalliga ist die Vorfreude rundum riesig. Unsere Mitstreiter sind allesamt alte Bekannte, erst recht der heurige Auftaktgegner: Bereits zum 17. Mal seit unserer Wiedergründung bekommen wir es mit dem TSV St. Johann zu tun, so viele Hühnchen gab’s in dieser Zeit noch mit keinem anderen Verein zu rupfen.

Vor einer Woche drehten sich die Diskussionen in unserem Online-Fanforum noch um eine Gefriertruhe und unsere vorne eiskalte Mannschaft spielte im Mützenstadion, wo es für die Filzmooser eine auf ebensolche gab – 20:0 offiziell im letzten Test, wobei es Unverfrorene gibt, die behaupten, das Zählwerk sei eingefroren und es habe in den 90 Minuten nach dem Ehrenanstoß der heimischen Ski-Beauty gar noch mehr Treffer gegeben. Insgesamt war die Vorbereitung für unsere mit vielversprechenden Neuzugängen bereicherte Mannschaft natürlich deutlich anspruchsvoller. Prominentester Gegner war Borussia Dortmund, wobei die Austria auch gegen die zweite Mannschaft des Revierklubs cool blieb und ordentlich mithalten konnte.

Hundstage und Ausgangslage – jetzt wird’s richtig heiß

All das ist aber kein Indiz für die nun anstehende Meisterschaft, denn ab sofort wird’s richtig heiß. Der Platz wurde in der Woche nochmal bestens gepflegt, erscheint in Top-Zustand und so geht es fortan wieder um jeden Punkt. Heiß war St. Johann ja Ende Juni schon, als die Pongauer Bezirkshauptstadt in letzter Minute Lofer den Hitzerekord in unserem Bundesland abluchste. Der TSV indes ging zunächst locker an die neuen Aufgaben heran, suchte sich für seine Tests machbare Gegner aus und behielt erwartungsgemäß die Oberhand. Im Vorjahr starker Sechster, wollen die Grün-Schwarzen in der zwölften Regionalliga-Saison en suite ihre solide Arbeit fortsetzen und jedenfalls wieder im gesicherten Mittelfeld landen. Platz vier oder fünf sieht Trainer und Realist Ernst Lottermoser als das Optimum für seine Mannschaft. Weshalb er nicht noch weiter nach oben schielt? Wegen dem SAK, dem FC Pinzgau und: der Austria.

Nun, dass wir der Kragenweite St. Johanns entwachsen wären, mag übertrieben sein. Unser letzter Sieg gegen die Pongauer liegt viel zu lange zurück: Diesen Mai feierten unsere „Ultras“ ihr 20-Jahr-Jubiläum, es war aber deren 15-Jähriges, als uns dank des Goldtreffers des nunmehrigen Mainzers Karim Onisiwo der letzte Sieg über die Jungs vom Pongauer Dom gelang. 2014 war das, tatsächlich schon gut fünf Jahre her – dank der tollen Choreographie aber immerhin unvergessen. Das letzte Aufeinandertreffen fand 2017 vor schütterer Kulisse in Maxglan statt, kurz vor dem Abstieg in die Salzburger Liga unterlag unsere Mannschaft mit 0:1. Der gesamte Verein stand damals noch vor den Scherben der verunglückten Zweitliga-Mission, gottlob können wir heute wieder einer ganz anderen Zukunft ins Auge sehen.

Während St. Johann größtenteils mit dem angestammten Kader weitermacht, hielt die Austria als Aufsteiger gezielt Ausschau nach Verstärkungen. Mit sieben Neuen startete man vor einem Monat in die Vorbereitung – in die Saison geht’s leider nur mit sechs der Neuerwerbungen, da sich Fabio Trkulja einen Kreundbandriss zugezogen hat und für den gesamten Herbst ausfällt. Übrigens ebenso wie St. Johanns Neuzugang Tobias Hochleitner, auch für den jungen Ex-Rieder ist das Fußballjahr 2019 bereits gelaufen – wir wünschen den beiden Leidgenossen an dieser Stelle eine gute und baldige Genesung.

Fragen über Fragen

Ein Fragezeichen steht bei St. Johann ansonsten noch hinter dem Einsatz von Benjamin Ajibade, die Austria sollte ihren verbliebenen Kader fit und einsatzfähig haben. Die Favoritenfrage muss vor dem Auftaktmatch angesichts der vielen neuen Variablen wohl ungeklärt bleiben – schwierige Zeiten auch für Buchmacher, diese neue, reich aufgerüstete Liga einzuschätzen, in der selbst Bekannte zu Unbekannten werden. Wie stark ist Saalfelden, musste Anif wirklich so sehr Federn lassen und in welche Richtung steuert Grödig?

Mit Fragen des neuen Regelwerks beschäftigten sich Christian Schaider und seine Violetten in dieser letzten Vorbereitungswoche, nachdem zuvor in der Kürze der Zeit jede Menge gewohnter Trainingsarbeit auf dem Programm stand. „Ich kenne sie selbst noch nicht“, gestand unser charismatisch-ehrlicher Übungsleiter angesprochen auf die nun in Kraft tretenden Änderungen.

Damit es wenigstens ein paar Antworten gibt, hier jene auf einige der FAQ zu Liga-Modus usw.: Wer kriegt ein ÖFB-Cup-Ticket? Der Sieger des Herbstdurchgangs (zwei steigen ja in die überregionale Phase auf), der Erste nach dem regionalen Frühjahrsdurchgang in Salzburg und der Landescup-Sieger – ein etwaiges viertes Ticket bekommt der Zweitplatzierte und Mitaufsteiger des Herbstdurchgangs. Was passiert mit den Punkten im Winter? Sie werden halbiert.

Na bitte, geht doch. Trotzdem mehr Fragen als Antworten vor diesem ersten Saisonspiel, aber so soll es ja auch sein. Freuen wir uns auf eine interessante und sportlich attraktive Spielzeit 2019/20 und geben wir ein erstes Mal Vollgas für unsere Jungs, damit sie in ihren neuen, längsgestreiften Trikots gleich zum Auftakt auch wirklich gut aus der Wäsch‘ schau‘n! Spielbeginn ist um 18:00 Uhr, jüngste Prognosen sagen zum Ankick angenehme 25 Grad vorher – wie bestellt für uns. Auf nach Maxglan, auf in die neue Saison!

1. Runde Regionalliga Salzburg
SV Austria Salzburg – TSV St. Johann

Samstag, 18:00 Uhr, Max Aicher Stadion
SR: Thomas Hochstaffl; Andreas Gruber, Polat Sen

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