08.05.2018

Gut begründete Überraschung: Austria zieht an Straßwalchen vorbei

Wenn sich gute Tagesform und violettes Momentum am Sportplatz treffen, dann ist vieles möglich. Am Samstag entsprang aus diesem „Date“ ein ungeahnt hoher Auswärtssieg bei der bis dahin konstantesten und formstärksten Mannschaft der Salzburger Liga.

Einen derartigen Kontrast zur miserablen Darbietung bei der 1:2-Heimniederlage gegen Hallein haben im Vorfeld des Straßwalchen-Spiels die wenigsten erwartet. Sieben Tage nachdem es bei „offenen Scheunentoren“ in Maxglan für die Tennengauer ein Leichtes war, ihre rote Laterne loszuwerden, präsentierte sich die Austria wieder deutlich kompakter und verstand es auch von Beginn an, offensiv Akzente zu setzen. So rasten an diesem Nachmittag nicht nur etliche Züge im Eiltempo an den Hausherren in ihrer „Negova-Arena“ vorbei, sondern tabellarisch auch die Austria, die nach etwas mehr als 90 fast perfekten Minuten den fünften Platz von Straßwalchen erbte.
 
 
Die leider viel zu wenigen Zuschauer durften sich ob der Papierform durchaus wundern, wie sehr die Austria diese sonst so starken Gastgeber im Griff hatte. Die Grün-Weißen fanden vom Anstoß weg überhaupt nicht ins Spiel, während die in den violetten Heimtrikots aufspielende Austria das Match tatsächlich wie ein Heimspiel anmuten ließ und sichtlich intensiv auf einen schnellen Führungstreffer aus war. Einzig die schüttere Kulisse und die weitgehende Stille machten deutlich, dass wir nicht auf einen typischen Heimsieg Austria-like zusteuern würden.
 
 
In der 19. Minute war es schon soweit: Die gute Leistung begegnete dem Momentum und die beiden Faktoren machten sich fortan einen schönen Nachmittag zugunsten unserer Mannschaft. Straßwalchens Ensinger musste nach klarem Torraub mit glatt Rot unter die Dusche. Die Reklamationen der Gastgeber bezogen sich auf ein mögliches Foulspiel in der Aktion zuvor, im Gegensatz zum Torraub war ein solches aber kaum ersichtlich – die Entscheidung dürfte wohl richtig gewesen sein. Der verdiente Führungstreffer gelang dann nach knapp einer halben Stunde. Wieder war das Momentum stark involviert, denn nach dem starken Antritt von Lazarevic war es Promberger mit einem, wenn auch erzwungenen, Eigentor, der den Ball zur Austria-Führung ins Netz beförderte (29.). Daraufhin musste das völlig euphorisierte Momentum für sich und Austrias starke Leistung wohl erstmal Bier holen gehen, und das wirkte sich sofort aus: Zunächst blieb die Pfeife bei akutem Elferverdacht der Austria-Fans stumm, dann eben in persona Lazarevic. Wenige Minuten nach seiner Tor-Einleitung verletzte sich der 19-Jährige und wollte natürlich weiterspielen. Für eine kurze Behandlungspause begab er sich in die fürsorglichen Hände von Physio-Lady Anna. Just als es deshalb im Spiel kurzzeitig mit Zehn-gegen-Zehn weiterging, passierte unserer Mannschaft eine erste Unaufmerksamkeit, die auch gleich mit dem Ausgleich bestraft wurde (36.). Ärgerlich, denn Lazarevic musste dann ohnehin einsehen, dass es für ihn an diesem Nachmittag nicht weitergehen konnte – Maximilian Grasegger kam noch vor der Pause neu ins Spiel.
 
 
Mit einem aufgrund des Spielverlaufs inzwischen unbefriedigenden 1:1 ging es also in die zweite Halbzeit, die zunächst etwas dahinplätscherte. Unsere Mannschaft vermochte nicht mehr so viel Druck aufzubauen wie vor dem Seitenwechsel, Straßwalchen hatte auch nur vereinzelt gefährliche Aktionen anzubieten. Auf die Siegerstraße brachte uns dann in der 65. Minute ein Stück Extraklasse, sehenswert wie überlegt und gekonnt Ergüden die Hereingabe von Purkrabek ins linke Eck beförderte. Zehn Minuten später machte der Ersatzmann Lazarevics den Deckel drauf, Maximilian Graseggers Treffer zum 1:3 fand Anerkennung obwohl der Linienrichter die Fahne oben und auf Abseits erkannt hatte. Der Schiedsrichter war anderer Meinung und overroulte seinen Assistenten nach kurzer Absprache – sowas passiert zu Gunsten unserer Mannschaft auch selten genug, das Momentum war offensichtlich wieder zurück vom Bierstand. Ergüden setzte in der 82. Minute mit dem 1:4 noch einen drauf und dass der Schiedsrichter dann trotz der klaren Verhältnisse noch penibel die Nachspielzeit einhielt, bescherte unserer Mannschaft in der 94. Minute sogar noch das kuriose 1:5, mit dem sich der Kreis schloss und die Geschichte dieses Spiels geschrieben war: Wenig Übersicht bei einem Einwurf der Straßwalchner leitete es ein, einige unkonzentrierte Aktionen später war es am Ende der grün-weißen Fehlerkette Lettner, der mit dem zweiten Eigentor der Gastgeber den 1:5-Endstand besiegelte.
 
 
Wer in dieser irren Liga überhaupt noch nach Erklärungen sucht und nicht ohnehin von der Diktatur des Zufalls ausgeht, der findet sie diesmal ausnahmsweise: Von unserer Seite her eben in Form des prickelnden „Dates“ von ansprechender Leistung und Momentum, aus Sicht von Straßwalchen erklärt sich alles über den Wortstamm: Auch eine 1:5-Schlappe kommt vom Adjektiv „schlapp“, eine Darmgrippe ging im Kader umher und legte die halbe Mannschaft lahm. Sieben Ausfälle hatte man durch den Virus zu beklagen und auch die, die auf dem Feld standen, dürften nicht so bei Kräften gewesen sein wie für gewöhnlich.
 
 
Den höchsten Sieg dieser 24. Runde feierte aber unser kommender Gegner: Der FC Zell am See, den wir schon am Donnerstag um 11:00 Uhr zum ORF-Livespiel in Maxglan empfangen, deklassierte Bergheim mit 7:1. Bischofshofen und Neumarkt marschieren jeweils mit 4:2-Heimsiegen gegen Kuchl bzw. Hallwang im Gleichschritt vorneweg, auch Eugendorf behauptet sich mit einem 3:1-Sieg bei Golling in der oberen Tabellenregion.
 
 
Hier noch die weiteren Resultate dieses 24. Spieltags:
 
 
* Hallein – Altenmarkt 2:0
* Bürmoos – Strobl 2:2
* Bramberg – SAK 0:3